Schulverpflegung: DGE stellt Qualitätsstandards vor

Am 20. September stellte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Berlin die ersten bundesweiten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung vor. Die Veranstaltung fand unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, statt.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurden die im Nationalen Aktionsplan Ernährung und Bewegung verankerten Qualitätsstandards vom Projekt „Schule + Essen = Note 1“ der DGE sowie dem DGE-Arbeitskreis Schule – Ernährung – Bildung erarbeitet. Eine inhaltliche Abstimmung mit den Bundesländern, die an der Umsetzung der Qualitätsstandards wesentlich beteiligt sein werden, ist bereits erfolgt.

Hintergrund

Als Folge des „PISA-Schocks“ in Deutschland hat die Bundesregierung im Jahr 2004 das Investitionsprogramm „Zukunft, Bildung und Betreuung“ aus der Taufe gehoben, um den Aufbau von Ganztagsschulen zu ermöglichen. Das BMELV fördert seitdem mehrere Projekte zur Ernährungsbildung, darunter das Forschungsprojekt REVIS (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen).

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Wie notwendig diese Unterstützung ist, zeigt ein Blick auf die Mittagsverpflegung an deutschen Schulen. Elisabeth Müller-Heck, Referentin für Gesundheitsförderung und Verbrauchererziehung in der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, bestätigte die Notwendigkeit neuer Standards. Mangelhafte oder gänzlich fehlende Räumlichkeiten erlauben es den Schulen oft gar nicht, überhaupt Verpflegungsleistungen anzubieten. Wird doch ein Mittagessen angeboten, geht meist nur ein Bruchteil der Schüler dort essen; denn schlechte räumliche Bedingungen, lange Ausgabezeiten, unfreundliches Servicepersonal oder zu fettes Essen verderben Schülern und Lehrern den Appetit.

Ziel sei es daher, den Schulen Qualitätskriterien an die Hand zu geben, mit deren Hilfe eine schmackhafte und gesundheitsfördernde Mittagsverpflegung angeboten werden kann. Laut Müller-Heck fördern gemeinsame Mahlzeiten in der Schule nicht nur die Esskultur und den Kontakt zwischen Schülern und Lehrern, sondern vermitteln neben einem positiven Essverhalten auch ein Gefühl von Geborgenheit. Dies betreffe besonders Kinder aus so genannten Problemfamilien, die in der Schule aufgefangen werden müssten.

Korrespondierende Autorin: Dr. Gunda Backes (info@nutricomm.de)

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 08/2007 auf Seite 376 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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