Prävention durch bunte Vielfalt
Am 27. und 28. September fand in Bonn die Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. statt. Unter dem Titel „Prävention durch bunte Vielfalt – Wie viel Obst und Gemüse braucht der Mensch?“ erläuterten die Referenten den über 270 Teilnehmern den aktuellen Stand der Forschung.
Thematisiert wurde zum einen der Zusammenhang eines hohen Obst- und Gemüseverzehrs mit unterschiedlichen chronischen Krankheiten. Zum anderen gingen die Experten auf die mögliche Belastung dieser Lebensmittelgruppen mit unerwünschten Rückständen ein. Die präventiven Effekte von Obst und Gemüse werden seit einiger Zeit angezweifelt. Dies war für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein Grund mehr, sich auf ihrer diesjährigen Arbeitstagung diesen beiden Lebensmittelgruppen zu widmen. Dabei lautete die einhellige Meinung der Experten: Insbesondere gegen koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Bluthochdruck sind Obst und Gemüse präventiv wirksam. Ob eine Beziehung zwischen dem Verzehr von Gemüse und/oder Obst und einem verminderten Krebsrisiko besteht, könne man jedoch nicht pauschal sagen. Vielmehr müsse man jede Krebsart gesondert betrachten.
Für Magen-, Dick-/Mastdarmkrebs- und Lungenkrebs bestehe beispielsweise eine mögliche bis wahrscheinliche Evidenz. Für andere Krebsarten wie Mundhöhlen-, Rachen-, Kehlkopf-, Nieren, Harnblasenoder Eierstockkrebs sei die Evidenz für eine Risikosenkung möglich. Bei Brust- und Prostatakrebs sowie Diabetes mellitus gäbe es den wissenschaftlichen Daten zufolge keine Zusammenhänge. Diese Erkenntnisse hat die DGE in einer Stellungnahme „Obst und Gemüse in der Prävention chronischer Krankheiten“ (vgl. Beitrag auf S. 410 ff.) zusammengefasst.
Korrespondierende Autorin: Kirsten Grashoff (kirsten.grashoff@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 09/2007 auf Seite 414 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
