AGEV-Jahrestagung
(sf) Mehr Bewegung, weniger Energieaufnahme – darauf basieren viele Kampagnen für ein gesünderes Ernährungsverhalten. Allerdings sind die meist einseitig naturwissenschaftlich ausgerichtete Empfehlungen langfristig fast nie erfolgreich. Denn sie blenden zentrale Fragen des Ernährungsalltags wie Genuss, Zeit- und Einkommensdruck, Traditionen und individuelle Gewohnheiten aus.
Die Frage, wie sich Ernährungshandeln mit seinen Alltagsroutinen besser als bisher in der Forschung berücksichtigen lässt, bildete daher einen Schwerpunkt der 29. Wissenschaftlichen Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e. V. (AGEV).
Die von der AGEV und dem KATALYSE Institut gemeinsam durchgeführte Veranstaltung „Wege zu einer nachhaltigen Ernährungspraxis – Neue Konzepte der inter- und transdisziplinären Ernährungs- und Konsumforschung“ fand am 10. und 11. Oktober in Köln statt. Prof. Dr. Eva Barlösius, die gemeinsam mit Regine Rehaag die wissenschaftliche Leitung innehatte, erläuterte dazu: „Zwar sind Praxisrelevanz und interdisziplinäre Herangehensweise inzwischen zu grundlegenden Kennzeichen der Ernährungsforschung geworden. Eine kultur- und sozialwissenschaftlich ausgerichtete Ernährungsforschung ist jedoch in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern immer noch wenig etabliert.“ Daher bot die AGEV eine Plattform für den Wissensaustausch zwischen Experten unterschiedlicher Disziplinen wie Kulturwissenschaft, Epidemiologie und Risikoforschung, Haushaltswissenschaft und sozial-ökologischer Forschung.
Redaktion
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 10/2007 auf Seite 482 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
