Prävention von KHK – Leitlinie „Risikoadjustierte Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen“

(kig) Kardiovaskuläre Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Ursache für vorzeitige Invalidität und Tod. Dabei lassen sich allein durch eine bestmögliche Umstellung des Lebensstils mindestens die Hälfte aller kardiovaskulären Erkrankungen und vorzeitigen Todesfällen bei Personen ohne oder mit manifester Gefäßerkrankung vermeiden – und das ohne eine einzige Tablette.

Foto: Bilderbox

So fasste Prof. Dr. Helmut Gohlke vom Herzzentrum in Bad Krozingen die wesentlichen Aussagen der neuen Leitlinie „Risikoadjustierte Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen“ zusammen, für die er federführend innerhalb der Autorengruppe verantwortlich zeichnet. Im Folgenden berichten wir über ausgewählte Inhalte der im Dezember 2007 vorgestellten Leitlinie. Der vollständige Text findet sich unter www.dgk.org (Leitlinien).

Die Leitlinie ist eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Zusammenarbeit und im Konsens mit dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen, der Hochdruckliga, der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung sowie dem Deutschen Kollegium für Psychosomatische Medizin.

Sie spiegelt den Wissensstand vom September 2007 wider und soll Ärzten dabei helfen, bei ihren Patienten die klassischen Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen richtig einschätzen zu können. So finden sich Kapitel zu den Themen Rauchen, körperliche Aktivität, Ernährung, Übergewicht und Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, arterielle Hypertonie, Glukosestoffwechsel, Thrombozyten-Aggregationshemmer sowie zum Stellenwert der Hormonersatztherapie und zu psychosozialen Risikofaktoren.

Die früher praktizierte Unterteilung in Primär- und Sekundärprävention beruhte auf dem Ansatz, dass die kardiovaskuläre Ereignisrate nach einem ersten Ereignis so hoch ist, dass in jedem Fall eine optimale Beeinflussung aller Risikofaktoren erfolgen sollte. Diese Einschätzung hat sich auch bei der risikoadjustierten Prävention nicht geändert. Es können aber auch Patienten ohne bisheriges Ereignis ein vergleichbar hohes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben. Dies soll durch den Begriff „risikoadjustierte Prävention“ betont werden.

Redaktion

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 01/2008 auf Seite 30 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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