Ernährung, Genuss, Gesundheit: BLL-Konferenz in Berlin

Unter dem Motto „Vielfalt statt Einheitsbrei – Das Lebensmittelangebot genau betrachtet“ fand am 5. Dezember 2007 in Berlin die vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) initiierte Konferenz „Ernährung, Genuss, Gesundheit“ statt.

Foto: BLLDietmar Pech-Lopatta

Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Industrie sowie Multiplikatoren aus dem Ernährungsbereich diskutierten über das aktuelle Lebensmittelangebot in Deutschland, den Trend zu einer verstärkten Nährwertkennzeichnung und den Stellenwert von Genuss und Gesundheit in der Ernährung. Im Mittelpunkt stand eine Marktforschungsstudie zum aktuellen Lebensmittelangebot in Deutschland. Im Folgenden werden einige ausgewählte Ergebnisse der Veranstaltung präsentiert.

Der Präsident des BLL, Dr. Theo Spettmann, betonte in seiner Begrüßungsansprache die Notwendigkeit neuer, kreativer und innovativer Lebensmittel und sprach sich gleichzeitig gegen weitere Forderungen nach einer „Reformulierung“ von Produkten, also Veränderung der Rezeptur, und mehr Kennzeichnung aus. Denn einerseits hat sich die Zusammensetzung vieler Produkte in den letzten Jahren geändert – beispielsweise enthält Wurst heute bis zu 76 Prozent weniger Fett als noch in den 70er Jahren.

Andererseits tragen bereits über 60 Prozent der verpackten Lebensmittelprodukte eine freiwillige Nährwertkennzeichnung. Auf etwa drei Viertel aller Produkte finden sich Hinweise auf zusätzliche Informationsmöglichkeiten wie Hotlines oder Internetseiten, bei denen Verbraucher individuelle Auskünfte und konkrete Hilfestellungen erhalten.

Spettmann sprach sich im Namen des BLL eindeutig gegen die Pläne der EU-Kommission aus, die Nährwertkennzeichnung für alle verpackten Lebensmittel verbindlich vorzuschreiben. Es sei eine Illusion zu glauben, dass sich die Übergewichtsproblematik oder aber eine „schlechte“ Ernährung Einzelner damit lösen lasse. Wichtig sei es darüber hinaus, einzelne Lebensmittel nicht zu diskriminieren und die Ernährung in ihrer Gesamtheit zu betrachten.

Die Aufklärung der Bevölkerung und die Vermittlung grundlegenden Ernährungswissens von klein auf seien zwar unbedingt notwendig, am Leitbild des mündigen Verbrauchers, der eigenverantwortlich handelt, komme aber niemand vorbei. Ziel müsse vielmehr eine Ausgewogenheit von Ernährung und Bewegung sein.

Korrespondierende Autorin: Gunda Backes (info@nutricomm.de)

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 01/2008 auf Seite 33 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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