Nationale Verzehrsstudie II
Erste Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II wurden am 30. Januar in Berlin vorgestellt. Damit liegen erstmals repräsentative Daten zum Ernährungsverhalten und -status in (Gesamt-)Deutschland vor. Mit der Planung, Durchführung und Auswertung der Studie hatte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Jahr 2002 das Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe beauftragt.
Die erste Nationale Verzehrsstudie, die von 1985 bis 1988 in den alten Bundesländern durchgeführt wurde, war die bislang umfangreichste Verzehrserhebung in der Bundesrepublik Deutschland. Seitdem haben sich sowohl das Lebensmittelangebot als auch das Arbeits-, Freizeit- und Konsumverhalten der Bevölkerung deutlich gewandelt.
Im Rahmen der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) sollten daher repräsentative Daten zum aktuellen und üblichen Verzehr an Lebensmitteln in Deutschland sowie deren Art und Menge erhoben werden, um daraus die Nährstoffzufuhr zu bestimmen. Weiter wurden Körpergröße und -gewicht (biochemische Parameter wurden nicht erhoben), Angaben zur körperlichen Aktivität und weiteren Lebensstilfaktoren sowie ausgewählte Aspekte des Ernährungsverhaltens ermittelt. Diese Daten ermöglichen dann die Beurteilung der Ernährungssituation der deutschsprachigen Bevölkerung.
Während das Marktforschungsinstitut TNS Healthcare die Felderhebungen durchführte, erfolgte die Planung und Koordination der Studie sowie die Auswertung der Rohdaten am Max Rubner-Institut in Karlsruhe.
Grundgesamtheit für die NVS bildete die in Privathaushalten wohnende, deutsch sprechende Bevölkerung im Alter von 14 bis 80 Jahren. Um für Deutschland repräsentative Aussagen machen zu können, war eine Stichprobe von ca. 20.000 Teilnehmern erforderlich. Diese wurde in einer zweistufig geschichteten Zufallsauswahl gewonnen.
Die Erhebungen begannen im November 2005 und endeten im Januar 2007. Die Datengewinnung erfolgte bundesweit in vier unmittelbar aufeinander folgenden Erhebungswellen, um saisonale und regionale Aspekte zu berücksichtigen. Die Befragung der Teilnehmer (damit sind im Folgenden die männlichen und weiblichen Teilnehmenden zu verstehen) fand an insgesamt 500 Studienzentren statt.
In der modular aufgebaute NVS II wurden unterschiedliche Erhebungsinstrumente verwendet. Beim Erstkontakt mit den Teilnehmern in einem Studienzentrum diente ein persönliches Eingangsinterview (CAPI: Computer Assisted Personal Interview) zur Ermittlung soziodemografischer Daten und solcher zum Gesundheitsverhalten.
Für die Erfassung der üblichen Ernährung, der Mahlzeitenstrukturen und der Gewohnheiten wurde ein für die NVS II weiterentwickeltes, computergestütztes Diet-History-Interview (DISHES 2005) eingesetzt. Ursprünglich wurde dieses für das Robert-Koch-Institut und den Bundesgesundheitssurvey 1998 entwickelt (DISHES 98). Die Teilnehmer füllten darüber hinaus einen Fragebogen zum Aktivitäts- und Ernährungsverhalten aus. Im Studienzentrum wurden außerdem die Körpermessungen (Körpergewicht und -länge, Taillen- und Hüftumfang) standardisiert durchgeführt.
Redaktion
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 02/2008 auf Seite 77 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
