Klimaschutz im Bereich Landwirtschaft und Ernährung

Anlässlich der Internationalen Grünen Woche forderte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) von der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft mehr Einsatz beim Klimaschutz. Mit einem Zwölf-Punkte-Programm richtete sie sich an die Bundesregierung und die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft.

Foto: Bilderbox

Diese sollen ein verbindliches Maßnahmenpaket zur Reduktion von Treibhausgasen in der Agrar- und Ernährungsbranche entwerfen. Gleichzeitig müsse ermittelt werden, welchen Beitrag die Land- und Forstwirtschaft zur Bindung von Kohlendioxid leisten können.

Der Klimawandel betrifft die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung in unterschiedlicher Weise, heißt es in dem Zwölf-Punkte-Programm. So ist die Landwirtschaft direkt betroffen, da sie sich auf neue klimatische Bedingungen und zunehmende Wetterextreme einstellen muss. Die Landwirtschaft leistet zudem einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, da sie Kohlendioxid in Biomasse bindet und so der Atmosphäre entzieht.

Andererseits tragen die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungsgewohnheiten der Verbraucher zum Klimawandel bei. Laut dem Weltklimarat der Vereinten Nationen (IPCC, Intergovernmental Panel on Climate Change) hat die Landwirtschaft an den weltweiten Treibhausgas- Emissionen einen Anteil von 14%, für Deutschland liegt der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausemissionen bei ca. 11%. Dabei sind – anders als in anderen Sektoren – weniger die CO2-Emissionen ausschlaggebend, sondern vielmehr der Ausstoß der Treibhausgase Methan und Lachgas.

Betrachtet man nicht nur die Landwirtschaft, sondern den gesamten Bereich Ernährung inklusive Erzeugung, Verarbeitung, Transport bis zum Verkaufsort, Lagerung und Zubereitung im Haushalt sowie Einkaufsfahrten, so ist der Anteil der entstehenden Treibhausgas- Emissionen höher: Er liegt, je nach Untersuchung, zwischen 16 und 20%. Damit kommt dem Bereich Ernährung nach Aussagen des vzbv eine ähnliche Bedeutung zu wie den Bereichen Verkehr oder Wohnen. Doch während Kraftwerke und Autos Höchstwerte und Neubauten Standards einhalten müssten, bliebe der Agrarsektor bislang außen vor.

Redaktion

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 02/2008 auf Seite 85 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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