Kohlenhydratmalassimilationen – Wenn Zucker krank machen

Laktoseintoleranz und -maldigestion, Fruktosemalabsorption sowie Sorbitunverträglichkeit zählen zu den häufigsten Kohlenhydratunverträglichkeiten in Deutschland. Da die Symptomatik jeweils sehr unspezifisch ist, haben die Betroffenen meist schon über einen längeren Zeitraum Beschwerden, bevor die Diagnose gestellt wird.

Foto: Bilderbox

Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate (Poly-, Oligo- und Disaccharide) werden im Dünndarm zu Monosacchariden gespalten, gelangen von dort in die Enterozyten und dann weiter in die Blutbahn. Spezifische Verdauungsenzyme und Transportproteine gewährleisten die Digestion und Absorption der einzelnen Zucker. Über die Pfortader erreichen die Monosaccharide die Leber, wo sie metabolisiert werden.

Ursachen für eine Zuckerverwertungsstörung können sein:



  • die nicht ausreichende Aktivität einer Disaccharidase,
  • der Defekt eines transepithelialen Transporters,
  • die Blockierung eines Metabolisierungswegs
    in der Leber oder
  • die Beeinträchtigung des Transports in das zentrale Nervensystem.

Klinisch zeigt sich eine Verwertungsstörung vor allem durch Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und allgemeines Unwohlsein. Zu den häufigsten Kohlenhydratunverträglichkeiten gehören die Laktoseintoleranz und -maldigestion, die Fruktosemalabsorption und die Sorbitunverträglichkeit.

Die Betroffenen haben nicht selten jahrelang Beschwerden, die oft erst nach zahlreichen Arztbesuchen einer Kohlenhydratunverträglichkeit zugeordnet werden können. Kinder wie Erwachsene können von einer Verwertungsstörung betroffen sein. Häufig ist eine Kombination mehrerer Unverträglichkeiten zu finden, die es den Patienten erschwert, Zusammenhänge zwischen der Nahrungsaufnahme und den Symptomen zu erkennen.

Im Folgenden werden die häufigsten Störungen der Kohlenhydratverdauung sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten vorgestellt.

Korrespondierende Autorin: Dipl. oec. troph. Anne Kamp (anne.kamp@gmx.net)

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 03/2008 auf Seite 110 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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