Nutri-Senex: Bessere Ernährung für Senioren in Europa
Wie lassen sich die Chancen für ein „gesundes“ Altern erhöhen? Darüber diskutierten Wissenschaftler auf dem europäischen Symposium „Healthy Ageing: The Role of Food, Nutrition and Lifestyle“ am 29. und 30. November 2007 in Wien.
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Die Tagung wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung gemeinsam mit dem Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien ausgerichtet. Im Rahmen der Kongresses wurde unter anderem das europäische Projekt Nutri-Senex (Improving the quality of life of elderly people by co-ordinating research into malnutrition of the elderly) vorgestellt, über das im Folgenden berichtet wird.
Die demographischen Veränderungen sind eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Sinkende Geburtenraten und längere Lebenserwartung führen dazu, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Älteren in Europa überproportional zunehmen wird. Im Jahr 2050 wird einer von drei Europäern über 60 Jahre alt sein. In Deutschland, so die Schätzungen, werden es sogar 38,9% der Bevölkerung sein. Außerdem steigt die Zahl der über 80-Jährigen stark an – statt zurzeit knapp 4 Mio. werden in der Mitte des 21. Jahrhunderts 10 Mio. Hochbetagte in Deutschland leben. Viele dieser alten Menschen werden auf Hilfe und Pflege angewiesen sein. Die damit verbundenen Kosten müssen wiederum von der gesamten Gesellschaft, vorrangig den Berufstätigen, getragen werden.
Vor diesem Hintergrund hat ein „gesundes Altwerden“ als Voraussetzung für ein aktives, selbst bestimmtes und unabhängiges Leben bis ins hohe Alter nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft große Bedeutung. Ein wesentlicher Faktor hierfür ist die Ernährung, denn gerade bei alten Menschen besteht häufig eine Mangelernährung mit weitreichenden Folgen für die Lebensqualität und den Gesundheitszustand.
Um die Ergebnisse der bisherigen Forschungsaktivitäten in diesem Bereich in Europa zu bündeln, wurde das Forschungsvorhaben Nutri-Senex initiiert.
Primäres Ziel des Projekts Nutri-Senex war es, die Lebensqualität und damit die Gesundheit und das Wohlbefinden von älteren und alten Menschen in Europa durch Koordination der Forschung im Bereich der (Mangel-)Ernährung zu verbessern. Im Mittelpunkt standen dabei gebrechliche, pflegebedürftige alte Menschen. Darüber hinaus wurde die Entwicklung von Lebensmitteln, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind, gefördert. Für die einzelnen Aktivitäten galten die folgenden strategischen Ziele:
- Koordination von Forschungsaktivitäten im Bereich Ernährung des älteren Menschen,
- Dokumentation der wissenschaftlichen Literatur in diesem Bereich und des derzeitigen Wissens („state of the art“) in der altersbezogenen Sensorikforschung und der Lebensmitteltechnologie, um die für die weitere Entwicklung erfolgversprechendsten Bereiche zu erkennen,
- Abbilden der aktuellen nationalen und internationalen Forschungsaktivitäten zur Ernährung des älteren Menschen im europäischen Forschungsraum,
- Identifikation der herausragenden Forschergruppen auf diesem Gebiet in Europa,
- Ermittlung geeigneter Technologien und Strategien, mit denen sich die Ernährung alter Menschen verbessern lässt,
- Analyse der jeweiligen nationalen sowie der europäischen gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich der Pflege(leistungen) und Ernäh- rung( sleistungen) für ältere Menschen, um einerseits Gesetzeslücken, andererseits übliche Vorgehensweisen in den europäischen Staaten zu erkennen,
- Verbesserung des Wissens über gesundheitsfördernde Ernährung bei den Anbietern von Pflegedienstleistungen,
- Entwicklung von Richtlinien und Empfehlungen im Bereich Ernährung („best practice“) für Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Altenpflege,
- Kommunikation und Verbreitung der Projektergebnisse.
Korrespondierende Autorin: Sabine Fankhänel (sabine.fankhaenel@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 03/2008 auf Seite 137 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
