Neue Impulse für die qualifizierte Ernährungsberatung
Das Angebot an und die Nachfrage nach Ernährungsberatung wachsen stetig, weil immer mehr Menschen in Deutschland übergewichtig oder adipös sind. In diesem Zusammenhang sind nicht nur die Berater selbst – insbesondere diejenigen, die eine Ausbildung zum Diätassistenten oder ein Studium zum Oecotrophologen durchlaufen haben – an einer Qualitätssicherung von Ernährungsberatung interessiert, sondern auch Bundesverbände, Regional- und Landesbehörden und Krankenkassen.
Dadurch soll sich die qualifizierte Ernährungsberatung (qEB) deutlich von unseriösen Angeboten abheben, denn durch unseriöse Beratungen besteht unter anderem die Gefahr, dass falsche Ernährungsweisen jeglicher Art initiiert und gefördert werden.
Aktuelle Situation
Im Jahr 2005 erarbeitete der Koordinierungskreis „Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung“ eine Rahmenvereinbarung (RV), die Richtlinien für die qEB festlegte und eine Selbstverpflichtung der ratifizierenden Institutionen beinhaltet. Darauf basierend willigten die gesetzlichen Krankenkassen ein, die qEB zu bezuschussen. Es bestand Konsens, dass eine verbesserte Qualität ihren Preis hat und dieser nicht allein vom Ratsuchenden bezahlt werden solle. Neben anderen Voraussetzungen ist seitdem Grundlage für einen Krankenkassenzuschuss, dass der Anbieter der Ernährungsberatung durch anerkannte Verbände und Organisationen zertifiziert ist. Mittlerweile wurden diverse Weiterbildungen und Nachqualifikationen entwickelt, bei denen ein solches Zertifikat erworben werden kann.
Die Zertifikationsanbieter setzen bei ihren Angeboten unterschiedliche Standards – so reicht bei dem einen ein Nachweis der Anwesenheit, der andere verlangt Zwischen- und Abschlussprüfungen. Allerdings sind die Zertifikate dem Kunden weitestgehend unbekannt. Sie können ihm nicht wirklich als Orientierung dienen. Für den Ernährungsberater bedeutet das, dass ein Beratungs- und wirtschaftlicher Erfolg nicht davon abhängt, ob ein Zertifikat vorhanden ist, sondern auch andere Faktoren eine Rolle spielen.
Korrespondierende Autorin: Dr. Gesa Schönberger (gesa.schoenberger@gesunde-ernaehrung.org)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 04/2008 auf Seite 169 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
