Ernährungsberatung an den Olympiastützpunkten

Der Olympiastützpunkt (OSP) Bayern ist mit über 800 Bundeskaderathleten aus 17 olympischen Fachverbänden der größte von 20 OSPs in Deutschland. Von ihm ging die Initiative aus, eine Arbeitsgruppe „Ernährungsberatung an den Olympiastützpunkten“ zu gründen. Ziel ist es, die Vernetzung und den Austausch mit den anderen Stützpunkten zu fördern und so die Ernährungsberatung als wichtigen Bestandteil in der Betreuung der Kaderathleten zu etablieren.

Anna ist 14 Jahre alt und gehört zu den besten Nachwuchseistänzerinnen in Deutschland. Training und Schule sind anstrengend. Ihre Mutter macht sich Sorgen, ob ihre Ernährung auch alle Nährstoffe abdeckt, zumal ihre Tochter sportbedingt sehr auf ihre Figur achten muss. Zwei Nordische Kombinierer sind im letzten Winter bei den Weltcup-Dreier-Serien eingebrochen, weil sie die Verpflegung an der Schanze und der Loipe nicht in den Griff bekommen haben. Sie wollen wissen, wie sie es nächstes Jahr besser machen können. Und eine Sportschützin will ihre Ernährung am Wettkampftag bei den Olympischen Spielen in Peking optimal planen.

Olympiastützpunkte

Hilfe bei so spezifischen Problemen im Leistungssport bekommen zumindest die bundesweit Besten ihrer Sportart – die so genannten Bundeskaderathleten und -athletinnen – sowie ihre Trainerinnen und Trainer bei der Ernährungsberatung an den Olympiastützpunkten (OSP). Während die Sportfachverbände und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Dachorganisation in erster Linie Interessenvertreter der in ihnen organisierten Vereine sind, haben die bundesweit derzeit 20 OSPs1 die Aufgabe, die deutschen Topathleten durch qualitativ hochwertige Betreuungsangebote im täglichen Training, aber auch bei zentralen Trainingsmaßnahmen der Nationalmannschaften optimal zu unterstützen.

Im Fokus dieser Betreuung steht ein erfolgreiches Abschneiden der deutschen Topathleten bei den Olympischen Spielen. Als Non-Profit-Organisationen gibt es für OSPs je nach regionalen Gegebenheiten unterschiedliche Trägerschaftsmodelle. Sie werden finanziert aus Mitteln der Länder, Kommunen und Landessportbünde, mit Hilfe von Sponsorenverträgen und Kooperationen mit der freien Wirtschaft sowie aus Bundesmitteln.

Das Service- und Betreuungsangebot der OSPs umfasst grundsätzlich alle leistungssportrelevanten Felder, wobei die OSPs je nach regionalen Gegebenheiten die Bereitstellung dieser Dienste unterschiedlich gestalten. Die Kernbereiche Sportmedizin und Trainingswissenschaften decken zum Beispiel einige OSPs mit eigenem Personal ab, einige kooperieren mit nahe gelegenen Universitäten. Die Physiotherapie wird meist in eigenen Räumen auf freiberuflicher Basis abgedeckt. In entlegenen Regionen mit einer geringeren Zahl von Athleten bestehen für alle genannten Bereiche meist Kooperationen mit vor Ort niedergelassenen Sportärzten und Physiotherapeuten sowie ansässigen Trainern.

Ernährungsberatung

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Die Ernährungsberatung ist das jüngste Betreuungsangebot an den OSPs in Deutschland und befindet sich zurzeit noch in der Entwicklung. Entsprechend heterogen ist die Situation. So bieten nicht alle OSPs Ernährungsberatung an. Bei einigen gehört die Ernährungsberatung zum Aufgabengebiet der Sportärzte, die meisten OSPs arbeiten jedoch mit Freiberuflern zusammen.

Dabei sind die Budgets sehr unterschiedlich. Volle Stellen gibt es in diesem Betreuungsbereich bundesweit nicht. Gerade weil die Sportlerernährung weder im deutschen Sport noch im Ausbildungsplan der Ernährungswissenschaften eine echte Tradition hat, lebt die Ernährungsberatung an den OSPs vom Engagement und Einsatz des jeweiligen Beraters. Die deutschsprachige Sporternährungsliteratur reicht für die Anforderungen in diesem Spezialbereich der Ernährungsberatung nicht aus. Originalliteratur, die Standardwerke aus Australien und den USA sowie die Konsensusberichte des IOC sind Pflichtlektüre.

Korrespondierende Autorin: Dr. Claudia Osterkamp-Baerens (costerkamp@ospbayern.de)

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 05/2008 auf Seite 210 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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