Kürbisgewächse

Cucurbitaceae sind weltweit heimisch und vielfältig nutzbar. Im Laufe der Jahrtausende wählte der Mensch aus den bitteren Wildpflanzen die weniger bitteren Sorten aus und vermehrte sie. Zu der Pflanzenfamilie zählen unter anderem die Gurke (Cucumis sativus L.), der Gartenkürbis (Cucubita pepo L.), die Zucchini (Cucurbita pepo ssp. pepo) sowie die Honig- (Cucumis melo L.) und die Wassermelone (Citrullus lanatus var. lanatus (Thunb.) Matsum. et Nakai).

Foto: Bilderbox

Diese Vertreter der Cucurbitaceae werden im Folgenden hinsichtlich Herkunft, Biologie sowie Anbau und Ernte näher vorgestellt.

Cucumis sativus L.

Die Salatgurke wurde bereits 3000 v. Chr. in Nordindien kultiviert und war auch den alten Griechen und Römern schon bekannt. In Mitteleuropa gibt es sie aber erst seit Ende des Mittelalters. Heute werden Gurken sowohl im Freiland als auch in Gewächshäusern weltweit in zahlreichen Varianten angebaut.

Die Gurke ist ein einjähriges Kraut, dessen Sprosse auf dem Boden liegen oder mit Blattranken klettern. Die Frucht erscheint im Querschnitt auf den ersten Blick wie in drei Fächer geteilt. Allerdings ist der Fruchtknoten nicht durch echte Scheidewände, sondern durch Plazentagewebe unterteilt. Die scheinbaren Fruchtfächer sind mit zahlreichen Samen gefüllt. Die Gurkensamen keimen bei Temperaturen über 10 °C.

Gurken werden in physiologisch unreifen Zustand (grün) geerntet. Die Samen sind dann noch nicht voll entwickelt. Man unterscheidet zwischen Salatgurke und Einlegegurke, je nachdem, ob die Früchte zum Frischeverzehr verwendet werden oder als Konservengemüse (z. B. Senf- oder Essiggurke). Salatgurken stammen in Europa meist aus Gewächshäusern; die kleineren Einlegegurken hingegen in aller Regel aus dem Freilandanbau.

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Das typische Aroma der Salatgurke entsteht durch Abbauprodukte ungesättigter Fettsäuren, die nach der Gewebeschädigung, also nach dem Anschneiden, durch enzymatische Prozesse entstehen. Tritt ein bitterer Geschmack auf, meist am Stielende, so sind hierfür Cucurbitacine verantwortlich. Heute werden zwar hauptsächlich cucurbitacinfreie Sorten produziert, aber auch diese können unter ungünstigen Wachstumsbedingungen in seltenen Fällen Bitterstoffe bilden.

Die Gurke ist eine der wasserreichsten (97%) und kalorienärmsten (12 kcal/100 g) Früchte überhaupt und wird in der Volksmedizin bei Verdauungs- und Hautproblemen eingesetzt.

Kirsten Grashoff, Quelle: Lieberei R, Reisdorff Ch. (2008) Nutzpflanzenkunde.

Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 05/2008 auf Seite 225 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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