Demografischer Wandel und Lebensqualität – 2. Bundeskongress von BDEM, VDD und VDOe
Am 25. und 26. April fand der 2. gemeinsame Bundeskongress des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM), des Verbandes der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) und des Verbandes der Oecotrophologen e. V. (VDOe) in Wolfsburg statt. Die Schirmherrschaft lag bei Bundesministerin Ursula von der Leyen. Das Motto lautete „Demografischer Wandel und Lebensqualität – Kompetenz in Ernährung“.
Preisträgerinnen (Foto: VDOe)
Neben aktuellen ernährungsmedizinischen Fragestellungen ging es in den Vorträgen und Symposien schwerpunktmäßig um den demografischen Wandel. Rund 1500 Ernährungsmediziner, Diätassistenten und Oecotrophologen diskutierten dessen Auswirkungen auf die Anforderungen und Erwartungen an ihre Berufsgruppen.
Gerade vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft sei Gesundheit notwendiger denn je, um auch im dritten und vierten Lebensabschnitt eine hohe Lebensqualität zu erhalten und „erfolgreich“ zu altern, waren sich die Vorsitzenden der Bundesverbände auf der Pressekonferenz einig. So bekräftigten Prof. Dr. Udo Rabast (BDEM), Doris Steinkamp (VDD) und Dr. Andrea Lambeck (VDOe), dass Ernährungsmediziner, Diätassistenten und Oecotrophologen die richtigen Partner sind, wenn es um Kompetenz in Bezug auf Ernährungsfragen geht.
Darüber hinaus stimmen sie darin überein, dass die Veränderung der Alters- und Familienstruktur auch positive Auswirkungen hat. So böten sich dadurch beispielsweise verstärkt Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die drei Berufsgruppen, zum Beispiel im stationären Bereich oder im ernährungstherapeutischen Team; aber auch in der Beratung, dem Management haushaltsnaher Dienstleistungen oder in der Produktentwicklung.
Die drei Verbände nutzten die Tagung außerdem, um ihre Strategien und ihr Konzepte zur qualifizierten Ernährungsberatung im Gesundheitswesen voranzutreiben. In einer Podiumsdiskussion mit Dr. Christian Grugel, Leiter der Abteilung Verbraucherschutz, Ernährung, Bio- und Gentechnik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ging es um das Thema „Aktionspläne: Planung und was dann?! – Ist Kompetenz in Ernährung gefragt?“
Unter anderem kritisierte Steinkamp, dass an der Erstellung der Aktionspläne zu wenige Bundesministerien beteiligt seien. Lambeck sprach das Problem der Honorierung der Leistungsträger an. Für qualifizierte Dienstleistungen müssen bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, forderte sie.
VDD-Förderpreis 2008
Der VDD-Förderpreis – Stifterin Helga Buchenau – würdigt Diätassistenten, die aufgrund von Fort- und Weiterbildung besondere innovative Schritte im Beruf unternommen haben und dadurch nachweislich entweder neue Berufs- oder Arbeitsfelder erschlossen, besondere Berufsziele erreicht, herausragende Aufgaben im Qualitätsmanagement bewältigt oder ihren Arbeitsplatz gesichert haben.
In diesem Jahr ging der Preis an Christiane Kling. Sie absolvierte vor 16 Jahren die Ausbildung zur Diätassistentin an der Diätlehranstalt in Bad Hersfeld. Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildung ist die Preisträgerin heute in zwei verschiedenen Arbeitsgebieten tätig. So hat sie die Leitung der Abteilung für Ernährungs- und Diabetesberatung an der Klinik Hohenfreudenstadt in Freudenstadt inne. Darüber hinaus ist sie Auditorin im Bereich Qualitätssicherung am Institut für Qualitätssicherung in der Ernährungsmedizin und Diätetik in Freiburg.
Die Jury begründete die Wahl mit dem Engagement, dem kompetenten Auftreten und den regelmäßigen Fortbildungsaktivitäten der Preisträgerin. Damit habe sie den Stellenwert ihrer Arbeit als Diätassistentin unter Beweis gestellt.
OECOTROPHICA-Preis 2008
Der VDOE verlieh anlässlich des Kongresses den vom Margarine-Institut für gesunde Ernährung e. V. gestifteten OECOTROPHICA- Preis für herausragende Diplom-, Master- und Doktorarbeiten. In diesem Jahr wurden vier Nachwuchswissenschaftler aus Gießen, Jena, Bonn und München ausgezeichnet. Die besten Doktorarbeiten wurden mit je 1.750 EUR und die beste Diplom- oder Masterarbeit mit je 750 EUR prämiert.
Kirsten Grashoff
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 05/2008 auf Seite 229 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
