HELENA. Healthy Lifestyle in Europe by Nutrition in Adolescence
Nach wie vor sind chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Diabetes Typ 2 und bestimmte Krebsformen die Hauptursachen für Morbidität und Mortalität in Europa – trotz wissenschaftlicher Fortschritte bei der Ursachenforschung und breit gestreuter
Aufklärungsmaßnahmen.
Der Schlüssel zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention wird heute darin gesehen, Umweltbedingungen und Strukturen zu schaffen, die ein gesundheitsförderliches Verhalten und einen gesunden Lebensstil unterstützen. Die meisten der so genannten Wohlstandskrankheiten haben ihren Ursprung bereits im Kindes- und Jugendalter. Gerade in der Adoleszenz kommt es zu zahlreichen physischen und psychischen Veränderungen, die auch die Ernährungsbedürfnisse und das Ernährungsverhalten beeinflussen.
Über die komplexen Wechselwirkungen zwischen diesen Entwicklungsprozessen bei Jugendlichen und der Krankheitsentstehung ist erst wenig bekannt. Ein wesentlicher Grund für diese Wissenslücken liegt darin, dass bisherige epidemiologische Studien bei Jugendlichen vielfach eindimensional, z. B. auf die Ernährung oder auf die körperliche Aktivität, ausgerichtet waren. Sie wurden mit unterschiedlichen Methoden und unterschiedlichen Altersgruppen durchgeführt und waren meist regional oder national eingegrenzt.
Für den Bereich der Ernährung wurde dies kürzlich durch eine systematische Übersicht über Ernährungserhebungen bei Kindern und Jugendlichen in Europa eindrücklich bestätigt und auf die Notwendigkeit harmonisierter und standardisierter Verzehrs- und Ernährungsstudien in Europa hingewiesen. Vor diesem Hintergrund wurde das Konzept der HELENA-Studie entwickelt. Es wird seit 2005 erfolgreich im 6. Rahmenprogramm der EU gefördert (www.helenastudy.com).
Korrespondierende Autorin: Dr. Mathilde Kersting
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 01/2007 auf Seite 17 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.