Mangelernährung im Alter

Ernährung ist ein Grundbedürfnis des Menschen und spielt eine besondere Rolle für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden. Die ausgewogene Zusammensetzung der Speisen sichert die Energie- und Nährstoffversorgung, überdies ist Essen und Trinken mit Freude und Genuss verbunden und ein Ausdruck von Lebensqualität. Verschiedene Faktoren erschweren die Nahrungsaufnahme hochaltriger und pflegebedürftiger Menschen und erhöhen deren Risiko für eine Mangelernährung, verbunden mit all ihren negativen Auswirkungen.

Für ältere Menschen ist die angemessene Ernährung zunehmend mit Schwierigkeiten verbunden. Physiologische Veränderungen wie nachlassender Appetit und reduziertes Durstgefühl oder die eingeschränkte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung nehmen die Lust auf die Mahlzeiten, Erkrankungen und Medikamente haben negative Auswirkungen auf die Nahrungsaufnahme und soziale Faktoren wie der Verlust des Partners oder der gewohnten Umgebung beeinträchtigen ebenfalls das Ernährungsverhalten. Ferner sind in stationären Einrichtungen die organisatorischen Gegebenheiten nicht selten Grund einer reduzierten Nahrungsaufnahme. So werden z. B. Untersuchungen im Krankenhaus während der Essenszeiten durchgeführt, die Zeit für die Nahrungsaufnahme ist zu knapp bemessen oder Personen mit einer Behinderung werden schlichtweg nicht angemessen beim Essen unterstützt.

Folgen der Mangelernährung

In allen Fällen folgt der reduzierten Essmenge der Verlust von Körpergewicht, dabei wird bei Hochbetagten neben den Fettreserven vor allem fettfreie Körpermasse abgebaut, die für lebenswichtige Funktionen benötigt wird. Neben unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit ist Mangelernährung verbunden mit erhöhter Infektions- und Krankheitsanfälligkeit, eingeschränkter Mobilität und erhöhtem Sturzund Dekubitusrisiko. Komplikationen und längere Genesungszeiten bei Erkrankungen haben gravierenden Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität mangelernährter Senioren und erhöhen die Kosten für ihre Behandlung und Pflege. Ärzte, Ernährungsfachkräfte und Pflegende können durch frühzeitige Erkennung und Behandlung der Ernährungsprobleme die bestmögliche Versorgung der Senioren sichern.
Korrespondierende Autorin: Claudia Menebröcker


Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 02/2007 auf Seite 67 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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