Diabetes mellitus Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig oder adipös. Parallel dazu steigt die Zahl der diagnostizierten Fälle eines Typ-2-Diabetes in dieser Altersgruppe. Diese Patienten müssen behandelt werden.

Die aktuellen Empfehlungen hierfür leiten sich allerdings überwiegend aus Erfahrungen bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes ab, denn es gibt nur wenige kontrollierte klinische Studien zu Diagnostik und Therapie bei Kindern und Jugendlichen. Der nachhaltige Effekt einer langfristigen Gewichtsnormalisierung durch Verbesserung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens ist aber auch für Jugendliche mit Typ-2-Diabetes gesichert.

Entstehung und Häufigkeit

Der Typ-2-Diabetes stellt einen heterogenen und multifaktoriellen Krankheitskomplex dar. Eine entscheidende Rolle spielt die Kombination aus genetischer Veranlagung, Übergewicht bzw. Adipositas und Bewegungsarmut. Dabei ist der Typ-2-Diabetes längst nicht mehr auf das hohe Lebensalter beschränkt. Etwa 5% der Diabetesneumanifestationen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland werden aktuell als Typ-2-Diabetes klassifiziert. Bei 0,5–1% der adipösen Jugendlichen besteht ein manifester Typ-2-Diabetes. Allerdings gibt es derzeit in Deutschland in dieser Altersgruppe eine Diskrepanz zwischen der erwarteten Anzahl (etwa 5000) und den tatsächlich in Verlaufsdokumentationen erfassten Fällen (ca. 500). Grund ist möglicherweise der zu Beginn der Erkrankung oft symptomlose Verlauf.

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Pathophysiologisch sind drei wesentliche Veränderungen zu beobachten:

  • periphere Insulinresistenz (= verminderte Wirkung von Insulin),
  • inadäquate Insulinsekretion,
  • gesteigerte Glukoneogenese in der Leber.

Insulinresistenz und Rückgang der Insulinsekretion verstärken sich gegenseitig. Dabei ist der zeitliche Verlauf von der Insulinresistenz bei Normoglykämie über die gestörte Glukoseregulation (erhöhte Nüchternglukose oder pathologischer Glukosetoleranztest) bis hin zum manifesten Typ-2-Diabetes mit Insulinrestsekretion und schließlich zur Insulinpflichtigkeit sehr variabel. Moderat erhöhte Blutglukosewerte sind oft symptomlos, sodass bereits bei Diagnosestellung Gefäßveränderungen bestehen können.
Korrespondierende Autorin: Dr. Susanna Wiegand

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Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 03/2007 auf Seite 124 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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