Folsäure und Fehlbildungen von Lippe und Gaumen

Dass die Einnahme von Folsäure in der Frühschwangerschaft das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Ungeborenen senkt, ist eine wichtige Erkenntnis der letzten Jahre. Bereits vor Bekanntwerden dieses Zusammenhangs wusste man, dass Nachkommen von Nagern mit einem Folatmangel öfter Gesichtsspalten aufweisen.

Lippenspalten mit oder ohne Gaumenspalte bzw. isolierte Gaumenspalten sind häufige angeborene Fehlbildungen; dabei kommen Lippenspalten mit einer Inzidenz von 1:1000 Geburten öfter vor als Gaumenspalten (Inzidenz 1:2500 Geburten). Neben der ästhetischen Beeinträchtigung kann es auch zu funktionellen Problemen kommen. Diese betreffen vor allem die Ernährung, die Atmung, das Gehör, das Sprechen sowie die Mimik. Lippen- und Gaumenspalten können alleine oder zusammen mit anderen Fehlbildungen bzw. im Rahmen eines bekannten Syndroms auftreten (z. B. Robin-Sequenz). Aus der Embryogenese ist bekannt, dass die Ausbildung der Lippen in der 8. Schwangerschaftswoche, die des Gaumens etwa eine Woche später erfolgt.

Ob zwischen kindlichen Fehlbildungen von Lippe und Gaumen und einer mütterlichen Folsäureeinnahme in der Frühschwangerschaft ein Zusammenhang besteht, konnte bislang aufgrund des Vorliegens von inkonsistenten Studienergebnissen nicht eindeutig geklärt werden.

Studiendesign

Bei der Studie von Badovinac und Kollegen handelt es sich um eine Metaanalyse mit dem Ziel, die Beziehung zwischen Gesichtsspalten und der Einnahme von folsäurehaltigen Supplementen zu untersuchen. Eingeschlossen wurden alle auf Englisch publizierten Studien, die nach einer MEDLINE-Recherche mit den Stichwörtern „Folsäure“ und „Lippenspalte“ und weiteren Suchbemühungen gefunden wurden. Studien, in denen syndromische Gesichtsspalten auftraten, wurden nicht berücksichtigt. Die Auswertung erfolgte getrennt für prospektive und Fall-Kontroll-Studien. Waren die Studien heterogen, wurde nach dem Modell mit zufälligen Effekten (random effects model) ausgewertet; ansonsten erfolgten Berechnungen unter Zuhilfenahme des Modells mit festen Effekten (fixed effects model).

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Originalpublikation: Badovinac RL, Werler MM, Williams PL, Kelsey KT, Hayes C (2007) Folic acid-containing supplement consumption during pregnancy and risk for oral clefts: a meta-analysis. Birth Defects Research (Part A) 79:8–15.

Korrespondierende Autorin: Dr. Anja Brönstrup

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Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 03/2007 auf Seite 136 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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