Was essen Kinder und Jugendliche in Deutschland?
Die Ernährung ist von besonderer Bedeutung für die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. In den letzten Jahren rückte diese Altersgruppe – vor dem Hintergrund der wachsenden Prävalenz von Übergewicht und Adipositas in frühen Lebensjahren – in den Fokus der Gesundheitsvorsorge. Bislang aber ist das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland weitestgehend unbekannt.
Bisherige Erkenntnisse stammen vorwiegend aus regionalen Studien, die häufig einen begrenzten Altersbereich oder spezielle Situationen (z. B. die Ernährung in Kindertagesstätten) untersuchten. Repräsentative Daten zur Lebensmittel- und Nährstoffaufnahme bei Kindern und Jugendlichen ab 4 Jahren wurden zuletzt im Rahmen der ersten Nationalen Verzehrsstudie vor etwa 20 Jahren in den alten Bundesländern erhoben.
Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) liefert nun für die 1- bis 17-Jährigen repräsentative Daten zu den Verzehrshäufigkeiten der wichtigsten Lebensmittel in Deutschland. Ausgewählte Ergebnisse werden im Folgenden vorgestellt; eine ausführliche Dokumentation der Ergebnisse von KiGGS findet sich an anderer Stelle.
Hintergrund und Fragestellung Seit der ersten Nationalen Verzehrsstudie hat sich das spezifisch auf Kinder ausgerichtete Lebensmittelangebot, das Spektrum an nährstoffangereicherten Produkten, Convenienceprodukten und Fast Food erheblich erweitert. Internationale Studien deuten darauf hin, dass dies vermutlich zu Veränderungen im Lebensmittelkonsum geführt hat. Wahrscheinlich haben sich auch die Mahlzeitengewohnheiten verändert. Dieser Wandel sowie der Trend zu einem überwiegend sitzenden Lebensstil können zu einer positiven Energiebilanz beitragen und eine Erklärung für die Zunahme der Adipositas im Kindes- und Jugendalter sein.
Korrespondierender Autor: Dr. Gert B.M. Mensink (mensinkg@rki.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 05/2007 auf Seite 204 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.