Projekt: Kinder gestalten ihren Naschgarten
Bisher gewählte Strategien zur Prävention von Adipositas bei Kindern sind in ihrer Wirkung nicht ausreichend nachgewiesen. Wie wäre es dagegen, wenn Kinder in einem sozioökonomisch benachteiligten Wohngebiet mit überdurchschnittlicher Adipositasprävalenz einen eigenen Garten nach ihren Vorstellungen gestalten dürften, der sie zum Naschen einlädt?
Die hier vorgestellte Interventionsidee geht von der Hypothese aus, dass sich der Zusammenhang zwischen niedrigem sozioökonomischem Status und erhöhter Prävalenz der Adipositas bei Kindern durch mangelnde Teilhabechancen erklären lassen könnte. Deshalb zielt das Projekt u. a. auf Partizipation.
Hintergrund
Adipositas ist aufgrund der steigenden Prävalenz, des hohen Risikos der Chronifizierung sowie des hohen Einflusses auf Morbidität, Lebenserwartung und Lebensqualität derzeit eines der prioritären Gesundheitsprobleme bei Kindern. Präventions- und Therapieprogramme streben neben der Verbesserung des Essverhaltens zugleich die Steigerung der körperlichen Aktivität im Alltag bzw. der Reduktion von inaktivem Alltagshandeln an.
In der Therapie wird eine Gewichtskonstanz bei allmählicher Reduzierung der BMI-Perzentile durch das Längenwachstum der Kinder, die Reduktion von adipositasassoziierten Risiken und die Vermeidung von unerwünschten Therapiefolgen als Ziel gesetzt. Ohne die Modifikation familiärer Gewohnheiten scheinen Interventionen bei Kindern nicht Erfolg versprechend zu sein [18]. Leitlinien für die Therapie liegen für Deutschland vor.
Korrespondierende Autorin: Prof. Dr. Beate Blättner (beate.blaettner@pg.fh-fulda.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 06/2007 auf Seite 275 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
