Gesund durch Isoflavone?
Anlässlich des 4. BfR-Forums Verbraucherschutz sprachen wir mit Prof. Dr. Sabine Kulling, Leiterin des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie an der Universität Potsdam, über Isoflavone und deren potenzielle Risiken für die Gesundheit. Die Fragen für Ernährung– Wissenschaft und Praxis stellte Dr. Gunda Backes.
Frau Professor Kulling, Isoflavone aus Soja sollen Beschwerden in den Wechseljahren lindern und die Knochendichte verbessern. Welche Ergebnisse sind gesichert?
Es gibt in der Literatur einige klinische Studien, die die Linderung von Wechseljahresbeschwerden oder die Reduzierung des Osteoporoserisikos durch Supplemente untersucht haben. Ein Problem dabei ist aber die Vergleichbarkeit der Ergebnisse: Die verwendeten Supplemente unterscheiden sich in der Zusammensetzung und dem Isoflavongehalt. Wertet man alle vorhandenen Studien aus, dann zeigt sich bei einem Großteil kein signifikanter Effekt durch Isoflavone. Bei starken Wechseljahresbeschwerden wurde teilweise von einer leichten Besserung berichtet. Hier spielt, zumindest zu Beginn der Einnahme, der Placeboeffekt eine wichtige Rolle. Bei einer Studie, die über ein halbes Jahr lief, wurde nur in den ersten drei Monaten eine leichte Abnahme der Hitzewallungen beobachtet, nach sechs Monaten nicht mehr. Wenn überhaupt, dann wirken Isoflavone in der Menopause lediglich moderat.
Interview: Dr. Gunda Backes (info@nutricomm.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 06/2007 auf Seite 282 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
