IDEFICS
In den letzten Jahrzehnten haben sich die soziale Lebensumwelt und damit auch das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in den westlichen Industrienationen drastisch verändert. Ungesunde Ernährung und ein Mangel an körperlicher Bewegung werden zunehmend auch bei Kindern zur gesellschaftlichen Norm. Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Gesundheit werden im Rahmen des europäischen Projekts IDEFICS (Identification and prevention of dietary- and lifestyle-induced health effects in children and infants) erforscht.
Darüber hinaus sollen in der IDEFICS-Studie europaweite Interventionsprogramme zur Verringerung ernährungs- und lebensstilbedingter Erkrankungen, insbesondere von Übergewicht und Adipositas bei Kindern in Kindergärten und Grundschulen entwickelt und erprobt werden.
Hintergrund
Immer mehr Kinder in Europa sind übergewichtig oder adipös. Allerdings herrscht über die Größenordnung der Zunahme ernährungs- und lebensstilbedingter Erkrankungen bei Kindern Unsicherheit, da vergleichbare Daten fehlen. Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey ergab, dass in Deutschland 15% der 3- bis 17-jährigen Kinder zumindest übergewichtig sind, darin enthalten sind 6,3% fettleibige Kinder.
Eine andere aktuelle Studie berichtet für Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Zahlen, die zudem stark von den verwendeten Referenzwerten abhängen. In Europa werden insgesamt recht unterschiedliche Prävalenzen in den einzelnen Ländern berichtet. Es ist unklar, ob es sich dabei um reale Unterschiede zwischen den Ländern handelt oder ob sie lediglich das Resultat unterschiedlicher Mess- oder Klassifikationsmethoden der einzelnen Studien sind. Die Bestimmung der regionalen und geschlechtsspezifischen Verteilung ernährungs- und lebensstilbedingter Erkrankungen und ihrer Hauptrisikofaktoren nach einheitlichen Kriterien steht daher noch aus. Obgleich eine beträchtliche Anzahl von epidemiologischen Studien zur Erforschung dieser Erkrankungen durchgeführt worden ist, ist ihre Entstehung nach wie vor nicht vollständig geklärt.
Korrespondierender Autor: Prof. Dr. rer.nat. Wolfgang Ahrens (idefics@bips.uni-bremen.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 07/2007 auf Seite 314 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
