Chronisch-entzündliche Erkrankungen
In den letzten Jahrzehnten haben chronisch-entzündliche Krankheiten stark zugenommen. Eine wesentliche Rolle spielen neben genetischen Faktoren der Lebensstil und damit die Ernährung. Wie diese das Entzündungsgeschehen beeinflussen und warum das Immunsystem Entzündungen nicht immer „abschaltet“, diskutierten Journalisten und Experten am 28. und 29. Juni in Basel.
Unter dem Motto „Entzündung! – Und kein Ende?“ fand dort der 9. Journalisten-Workshop des Instituts Danone Ernährung für Gesundheit e. V. statt, diesmal in Kooperation mit der Medizinischen Universitätsklinik – Kantonsspital Liestal.
Grundlagen entzündlicher Prozesse
PD Dr. Marten Trendelenburg, Universitätsspital Basel, erläuterte die Grundlagen entzündlicher Prozesse. Er erklärte, dass in eine Entzündung immer das gesamte, d. h. sowohl das unspezifische, angeborene als auch das spezifische, erworbene Immunsystem, involviert ist. Eine besondere Bedeutung kommt den T- und B-Lymphozyten des spezifischen Immunsystems zu, „die nur im Duett ideal funktionieren“, so Trendelenburg.
B-Lymphozyten aus den Stammzellen durchlaufen im Knochenmark mehrere Stadien, bevor sie als unreife Zellen ins Blut freigesetzt werden und in die Milz wandern. Erkennen sie ein Antigen, zum Beispiel ein Bakterium, reifen sie aus und differenzieren zu spezifischen Antikörper produzierenden Zellen. Das Bakterium wird internalisiert und auf einem antigenpräsentierenden Molekül den T-Zellen angeboten. Diese geben den B-Zellen eine Rückmeldung, um die Produktion der Antikörper anzuregen. Umgekehrt können auch B-Zellen Substanzen freisetzen, die T-Zellen aktivieren. Damit eine Entzündung zur Ruhe kommt, muss dieser Kreislauf unterbrochen werden, so Dr. Trendelenburg.
Korrespondierende Autorin: Kirsten Grashoff (kirsten.grashoff@springer-gup.de)
Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 07/2007 auf Seite 332 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
