Telemedizin bei Hypertonie

(run) Um bestehende Lücken in der Diagnose und Therapie zu schließen, möchte die Deutsche Hochdruckliga nun verstärkt auf die Telemedizin setzen. Denn Studien zufolge ließen sich rund 50 Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle durch eine rechtzeitige und wirksame Behandlung des Bluthochdrucks verhindern.

(c) fotoinna / fotolia.com

Um diese Situation zu verbessern, hat vor kurzem die Kommission für Telemedizin und E-Health der Deutschen Hochdruckliga ev. (DHL) im Rahmen des 39. wissenschaftlichen Jahreskongresses ihre Arbeit aufgenommen.

So könne schon die automatische Weitergabe des zu Hause gemessenen Blutdrucks, von Körpergewicht und Schrittzählerdaten Behandlungsqualität und Therapieerfolg verbessern, wie die DHL berichtet. Ein Arzt könne dann entsprechend reagieren und die Therapie über verschiedene sichere Kommunikationskanäle steuern. Insbesondere für Patienten, die weit entfernt von der nächsten Praxis leben, sei diese Technik hilfreich. Aber auch bei Risikogruppen ermögliche sie die nötige engmaschige Kontrolle: etwa bei Bluthochdruckkranken mit schwer einstellbarer Hypertonie, nach einer komplexen Medikamentenumstellung oder -neueinstellung und bei anderen therapeutischen Problemen. Der zusätzliche Einsatz der Telewaage sei zudem für Patienten mit Übergewicht und Adipositas, mit Diabetes mellitus Typ 2 oder einer chronischen Herzinsuffizienz geeignet.

Noch behinderten allerdings Budgetgrenzen zwischen der ambulanten und der stationären Versorgung die Einführung der Telemedizin für Hypertoniker, so die DHL. Zugleich wirft sie einen kritischen Blick auf andere telemedizinische Überwachungskonzepte. Nicht alle Softwareanwendungen wie Apps seien zu empfehlen. Daher erarbeite die DHL derzeit eigene Kriterien, die mobile E-Health-Angebote erfüllen müssen. So sollten Nutzer umfassend darüber informiert werden, wie ein Softwareanbieter dessen Daten verwendet, denn bei kostenlosen Anwendungen bezahlte der Nutzer vielfach mit eben diesen.

Die Hochdruckliga fordert zudem, dass Fachmediziner die Apps mitentwickeln, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen und Experten namentlich genannt sind. Häufig stehe im Kleingedruckten einer App, dass Anbieter keine Haftung für etwaige Fehlanwendungen übernehmen – auch das sei nicht akzeptabel. Zudem müssten mobile Anwendungen, die gesetzlich als Medizinprodukt einzuordnen sind, als solches auch vom Anbieter deklariert werden. „Eine reine Speicherung von Vitaldaten macht die App noch nicht zum Medizinprodukt“, so Mark Grabfelder, Geschäftsführer der DHL. „Das verhält sich anders, wenn die elektronische Anwendung durch ein Analysieren, Alarmieren oder Risikoscreening Einfluss auf die Entscheidungen des Benutzers nimmt".

06.01.16

Quelle: Deutsche Hochdruckliga/idw

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