Dicke Kinder: Vor allem Eltern sind gefragt

(nös) Bereits im Vorschulalter gibt es immer mehr übergewichtige und fettleibige Kinder. Selbst Präventionsprogramme helfen nicht immer. Warum das so ist, hat Psychologen von der Universität Potsdam interessiert. Dabei fanden Sie heraus, dass viele Mütter Übergewicht gar nicht als Risiko wahrnehmen.

Foto: iStockphoto

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten (BMBF) Projektes interessierte die Psychologen, was Eltern anspornt oder abhält, ihre Kinder an einer Präventionsmaßnahme teilnehmen zu lassen. Dazu führten die Wissenschaftler 40 Interviews durch und werteten über 400 Fragebögen aus. Das Interesse der Forscher lag dabei bei der Wahrnehmung von Übergewichtsrisiken, Strategien der Ernährung sowie der Akzeptanz von Präventionsangeboten.

Erschreckend für die Forscher war das Ergebnis: Viele Mütter erkannten das Risiko, das mit dem Übergewicht einhergeht, überhaupt nicht. Lediglich die Fettsucht, Adipositas, wurde von ihnen wahrgenommen. Die Forscher bemängeln diese fatale Einstellung. Denn die meisten Vorbeugemaßnahmen setzen vor allem beim Übergewicht an. Rund 85 Prozent der Befragten waren aber nicht bereit, ihre Kinder für so ein Programm anzumelden. Anders wäre das Verhältnis jedoch, wenn ein Arzt ihnen dies anraten würde: Nur noch knapp zehn Prozent der Interviewten signalisierten für diesen Fall Desinteresse.

Nicht neu war für die Wissenschaftler die Erkenntnis, dass Eltern einen großen Einfuss auf die Ernährung ihrer Sprösslinge haben. So stellten sie fest, dass viele Mütter Nahrungsmittel als Belohnung einsetzen – vor allem Süßigkeiten und Fast Food stehen dann auf dem Speisenplan. Im Gegenzug stellten sie allerdings auch fest, dass Kinder, die eine eigenverantwortliche Nahrungsweise gewöhnt sind, eher zu Obst und Gemüse greifen.

20.06.08

Quelle: Universität Potsdam

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