Sozialstatus bestimmt Gesundheitszustand von Kindern

(kig) Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem familiären Wohlstand ernähren sich schlechter, sind körperlich weniger aktiv und haben eine deutlich schlechtere Gesundheit als Heranwachsende aus anderen Familien. Dies gilt laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation sowohl für Deutschland als auch generell für junge Menschen in Europa und Nordamerika.

Foto: Bilderbox

Für den vierten internationalen HBSC-Bericht ("Health Behaviour in School-aged Children") wurden zwischen 2005 und 2006 in 41 Ländern und Regionen in Europa und Nordamerika 204000 jungen Menschen im Alter von 11, 13 und 15 Jahren befragt. In Deutschland wurde die HBSC-Studie unter der Federführung des Bielefelder WHO Collaborating Centers for Child and Adolescent Health Promotion (Universität Bielefeld) durchgeführt. Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von über 11000 Schülern.

Die internationalen Ergebnisse
Aus dem internationalen Bericht geht hervor, dass sich Jungen und Mädchen in Bezug auf ihre Angaben zu Gesundheitsverhalten und gesundheitlichen Ergebnissen unterscheiden. Dabei gibt es allerdings keine generellen Vorteile für das eine oder andere Geschlecht, sondern nur unterschiedliche Problemgebiete. Zwar neigen Jungen weiterhin eher zu Risikoverhalten, doch stützen die Verhaltensmuster in Bezug auf das Rauchen die These einer möglichen Angleichung. Und obwohl sie sich gesünder ernähren und weniger an Übergewicht und Adipositas leiden, unterziehen Mädchen sich eher einer Schlankheitskur und sind eher mit ihrem Körper unzufrieden.

Jungen aus Nordeuropa schätzen ihre Gesundheit im Vergleich positiver ein. Junge Menschen in Westeuropa und Jungen in Nordeuropa berichten von schlechteren familiären Beziehungen und einer größeren Bedeutung der Gleichaltrigen für sie als die Jugendlichen Ost- und Südeuropas.

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Der Bericht bestätigt auch die weite Verbreitung von Adipositas in Nordamerika, den relativ geringen Obstverzehr in Teilen Nordeuropas und den im Vergleich zu Ost- und Südeuropa in Westeuropa ausgeprägteren Gebrauch der „Pille“ als Verhütungsmittel.

Der festgestellte klare Zusammenhang zwischen dem Wohlstand der Familie und gesunden sowie gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen bestätigt frühere HBSC-Analysen in Bezug auf die Selbsteinschätzung der Gesundheit, den täglichen Obstverzehr, den Limonadenkonsum, das Zähneputzen und die körperliche Betätigung. Die aktuelle Untersuchung bestätigte auch frühere Studien, die bereits einen uneinheitlichen Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und dem Tabak- und Alkoholkonsum im Jugendalter aufzeigten. Der Wohlstand der Familie wirkte sich nach Land und Region in unterschiedlicher Weise auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten aus.

Die HBSC-Studie in Deutschland
Die deutschen Ergebnisse bestätigen den internationalen Trend. Auch in Deutschland hängen familiärer Wohlstand und Gesundheit bei Heranwachsenden deutlich zusammen. Ein signifikanter Einfluss zeigt sich auch für die Schulform: Jungen und Mädchen aus Haupt- und Realschulen berichten häufiger über körperliche und psychische Beschwerden sowie eine geringe mentale Gesundheit und Lebenszufriedenheit.

Die HBSC-Studie wurde in Deutschland bereits zum vierten Mal durchgeführt. Damit liegen erstmalig aussagekräftige Daten über längerfristige Entwicklungen in der Gesundheit und dem Gesundheitsverhalten vor. So konsumieren die Jugendlichen seit 2002 deutlich weniger Tabak, Alkohol und Cannabis. Zum Beispiel sank die Rate des regelmäßigen Tabakkonsums bei 15-jährigen Jungen von 2002 bis 2006 von 32 auf 18 Prozent und bei gleichaltrigen Mädchen von 32 auf 22 Prozent. Während 2002 noch 43 Prozent der Jungen und 35 Prozent der Mädchen über alkoholbedingte Rauscherfahrungen berichtete, waren es 2006 nur noch 32 bzw. 27 Prozent.

25.06.08

Quelle: Universität Bielefeld

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