Lebenserwartung hängt von Job und Einkommen ab

(nös) Beamte im höheren Dienst haben die längste Lebenserwartung. Zu diesem Fazit kommt eine neue Studie des Rostocker Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung (FDZ-RV). Auch den Umkehrschluss belegen die Autoren: Wer in wirtschaftlich und sozial schlechten Verhältnissen lebt, stirbt früher.

Foto: iStockphoto

Der Studie zufolge leben Männer mit einem höheren Lebensarbeitskommen und daher höheren Bezügen aus der Altersversorgung bis zu fünf Jahre länger als Männer mit niedrigerem Einkommen. Pensionierte Beamte des höheren Dienstes erreichten durchschnittlich ein Lebensalter von 84,6 Jahren, während Rentner mit geringerem Einkommen 79,6 Jahre alt wurden. Insgesamt leben Pensionäre im Durchschnitt zwei Jahre länger als Rentner.

Diese soziale Ungleichheit führen die Forscher auf verschiedene Ursachen zurück. So haben Personen mit höherem Lebenseinkommen oder höherer Laufbahn eher in Berufen gearbeitet, die körperlich nicht so stark belasten. Auch hätten sie seltener mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Dies, so die Wissenschaftler, wirke sich positiv auf Lebenszufriedenheit und Gesundheitsbewusstsein aus.

So setzten sich Menschen, „deren Lebensstandard dauerhaft gesichert ist, eher mit einer gesunden Lebensführung auseinander und nutzen (Weiter-) Bildungsangebote stärker als Personen, deren vordringlichstes Problem etwa drohende Arbeitslosigkeit oder die Zahlung der nächsten Miete ist“, schreiben die Wissenschaftler. Zudem hätten besser gestellte Personen eher das notwendige Geld, um zusätzliche Gesundheits- und Altersvorsorgeprodukte zu finanzieren.

Diese positiven Einflüsse machten die Forscher vor allem unter Beamten und Pensionären aus. Die hohe Arbeitsplatz- und Einkommenssicherheit ermögliche einen planbaren Lebensverlauf, der grundsätzlich gesundheitsförderlich wirke. Zudem verbessere die bei Beamten wie Pensionären verbreitete private Krankenversicherung die medizinische Versorgung.

Anzeige

Die großen Unterschiede zwischen pensionierten Beamten und Rentern erklären die Forscher mit der geringeren Durchlässigkeit zwischen den Laufbahngruppen. So sei für den höheren Dienst eine akademische Ausbildung Voraussetzung. Bei den gesetzlich Rentenversicherten finde sich hingegen auch Akkordarbeiter, die jahrelang eine körperlich belastende Arbeit geleistet haben.

Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler anonymisierte Datensätze der Deutschen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes. Dabei beschränkten sich ihre Auswertungen auf Männer, die 65 Jahre oder älter waren und eine eigene Rente bezogen. Als Grund dafür führen die Forscher an, dass ältere Frauen, vor allem in den alten Bundesländern, kaum langjährig erwerbstätig waren. Somit würden deren Arbeitseinkünfte und Sterblichkeiten keinen aussagekräftigen Zusammenhang aufweisen.

26.06.08

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Inhalte durchsuchen

Premium-Login

Im Premium-Bereich gelangen Sie zu den Fortbildungen und Ihren Zertifikaten.
Abonnenten haben zusätzlich Zugriff auf sämtliche Heftinhalte.

Aktionen

Newsletter

Mit unserem Newsletter erhalten Sie Fachinformationen künftig frei Haus – wöchentlich und kostenlos.

Jobs für PTA und Apotheker

Den Stellenmarkt für PTA und Apotheker gibt es ab sofort auf jobcenter-medizin.de.