Krebserkrankungen auf dem Rückzug
(nös) Die Zahl der Menschen, die neu an Krebs erkranken, geht in Nord- und Westeuropa zurück, und das bereits seit einigen Jahren. Das gilt für fast alle Tumorarten, zeigt eine Studie niederländischer Forscher, die die europäische Krebsorganisation ECCO kürzlich vorstellte.
Das Team um Professor Jan Willem W. Coebergh vom Erasmus Medical Center Rotterdam wertete die Daten von 17 Krebsarten in 21 europäischen Ländern aus. Sie verglichen die Zahlen von Anfang der 1990er Jahre mit denen von Anfang der 2000er Jahre. Demnach ist die Überlebensrate bei den meisten Krebsarten wegen besserer Diagnose und Therapiemöglichkeiten in ganz Europa gestiegen. Im Kampf gegen den Lungenkrebs sei der größte Erfolg in den vergangenen zehn Jahren gewesen, dass Männer weniger rauchen. Positiv hätten sich auch die in vielen Ländern eingeführten Vorsorgeuntersuchen für Brust-, Prostata- und Hautkrebs ausgewirkt.
Bei den Frauen hingegen steige die Zahl der durch das Rauchen verursachten Krebserkrankungen beinahe in Gesamteuropa. Weitere Ausnahmen machten die Forscher bei durch Adipositas hervorgerufenem Darmkrebs sowie postmenopausalem Brustkrebs aus.
Insgesamt, so die Wissenschaftler, seien die Krebsprävention und das Krebsmanagement in Europa jedoch auf dem richtigen Weg. So steige generell die Überlebenschance bei Krebserkrankungen während die Gesamtmortalität sinke. Dies sei verschiedenen Faktoren zu verdanken: Zum einen seien die Früherkennungsmaßnahmen und Therapien verbessert worden, und zum anderen gebe es einen besseren Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten.
Dennoch resümieren die Autoren der Studie, dass es in der Krebsprävention noch viel zu erreichen gebe. Dies betreffe vor allem den durch das Rauchen bei Frauen verursachten Lungenkrebs und die aufkommende Adipositasepidemie.
07.07.08
Quelle: ECCO