Kinder sollten Wasser trinken

(nös) Viele Kinder in Deutschland sind übergewichtig oder gar fettsüchtig. Dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) von 2006 zufolge betrifft das rund 15 Prozent aller drei- bis 17-Jährigen. Neben falscher Ernährung und zu wenig Bewegung sehen Experten auch in dem regelmäßigen Konsum zuckerhaltiger Getränke einen Risikofaktor. Daher empfiehlt die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), vorwiegend energiefreie und energiearme Getränke zu konsumieren.

Foto: iStockphoto

In dem jetzt in der Monatsschrift für Kinderheilkunde veröffentlichten Konsenspapier stellen die Autoren fest, „dass eine hohe Zufuhr zuckerhaltiger Getränke ein eigenständiger Risikofaktor für eine übermäßige Gewichtszunahme darstellt“. Dabei sei dieses Verhalten vergleichsweise einfach zu verändern.

Die Experten kritisieren, dass Limonaden, Colagetränke und andere zuckerhaltige Erfrischungsgetränke heute in fast allen Lebensbereichen für wenig Geld verfügbar sind. Zudem gebe es in Deutschland neben Fruchtsäften ein großes Angebot wasserbasierter Erfrischungsgetränke, denen Zucker zugesetzt wurde.

Die Mediziner verweisen auch auf Ergebnisse großer Querschnittsuntersuchungen sowie diverser Interventionsstudien. Danach müsse man von einem positiven Zusammenhang zwischen der Aufnahme zuckerhaltiger Getränken und der Gewichtszunahme bei Kindern und Erwachsenen ausgehen.

In den USA wurde aufgrund dieser Erkenntnisse bereits in den Jahren 2000 und 2005 dazu aufgerufen, den Konsum von Zucker in der Nahrung zu reduzieren. 2004 hat die American Academy of Pediatrics außerdem empfohlen, den Verkauf zuckerhaltiger Getränke in Schulen zu beschränken.

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Neben ihrem Wassergehalt sind zuckerhaltige Getränke vorwiegend Energielieferanten. So enthält beispielsweise eine Portion Limonade (330 Milliliter) ca. 150 Kilokalorien bzw. 40 - 50 Gramm Zucker. Wenn diese täglich zusätzlich, das heißt ohne an anderer Stelle Energie einzusparen, aufgenommen werde, könne diese eine Portion Limonade theoretisch zu einer Gewichtszunahme von 6,75 Kilogramm in einem Jahr führen, schreiben die Wissenschaftler. Zucker wirkt außerdem weniger sättigend, wenn er in flüssiger statt in fester Form zugeführt wird. Dies kann nach Ansicht der Experten zusätzlich zu einem Energieungleichgewicht beitragen.

Um diesem Risiko vorzubeugen, empfiehlt die Gesellschaft im Hinblick auf die Sättigung und die Energiebilanz unter anderem, lieber Früchte als Fruchtsäfte zu verzehren. Kinder und Jugendliche sollten außerdem vorwiegend energiefreie oder energiearme Getränke wie Wasser, ungezuckerte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen verzehren. Und schließlich solle in Kindertageseinrichtungen und Schulen die Abgabe von zuckerhaltigen Getränken eingeschränkt werden.

08.07.08

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

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