Diabetes Typ 1 durch Bluttests frühzeitig erkennen

(kig) Bei fast allen Kindern und Jugendlichen, die an Diabetes mellitus Typ 1 erkranken, lassen sich charakteristische, körpereigene Abwehrstoffe im Blut nachweisen. Ein Test auf diese ist daher in den letzten Jahren ein wichtiger Bestandteil der Frühdiagnose geworden und könnte künftig neue Therapieoptionen eröffnen, erläuterte die Deutsche Diabetes-Gesellschaft in dieser Woche anlässlich einer aktuellen Studie.

Foto: Bilderbox

In der im Juni in der Fachzeitschrift Diabetologie und Stoffwechsel veröffentlichten Studie wurden 341 Berliner Kinder noch in der ersten Woche ihrer Erkrankung auf die drei häufigsten Diabetes-Antikörper untersucht. Dies sind Antikörper gegen

  • GADA, einem Enzym aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse,
  • Antikörper gegen Insulin (IAA) sowie
  • Antikörper gegen IA-2A, einem Bestandteil der Zellmembran der zerstörten Zellen.

Bei mehr als einem Viertel der Kinder waren alle drei Antikörper vorhanden, bei 92 Prozent der Kinder wurde mindestens ein Antikörper gefunden. Die Studie ergab auch, dass IAA bei jüngeren Kindern häufiger vorhanden sind, während sich bei älteren GADA am häufigsten nachweisen ließen.

Die Suche nach den Antikörpern macht bisher unklare Diagnosen eindeutig: Denn die Unterscheidung von Diabetes Typ 1 und Typ 2 ist bei jungen Erwachsenen manchmal schwierig. Diabetes-Antikörper sind hingegen beim Typ-2-Diabetes mellitus in der Regel nicht vorhanden.

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Das macht den Dreifachtest nach Einschätzung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zu einem wichtigen Instrument bei der Frühdiagnose. Da die Antikörper oft schon Jahre vor Auftreten der Diabetessymptome vorhanden sind, eignen sie sich auch zur Früherkennung. Ein Screening ist nach Meinung der Fachgesellschaft bei Kindern von Typ-1-Diabetikern sinnvoll, da diese ein erhöhtes Diabetesrisiko haben. Werden im Blut von gesunden Kindern zwei oder drei Diabetes-Antikörper nachgewiesen, erkranken diese mit bis zu 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit in den nächsten fünf Jahren an Diabetes mellitus Typ 1.

Sollten die derzeitigen Versuche einer Immuntherapie erfolgreich sein, ließe sich mit einer Diagnose vor Erkrankung außerdem die Manifestation des Diabetes verhindern: Verschiedene Forschergruppen suchen zurzeit nach Wegen, die Zerstörung der Insulin produzierenden Beta-Zellen durch das Immunsystem zu verhindern. Im Idealfall wäre dies eine Impfung gegen den Diabetes.

09.07.08

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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