Ein paar Schritte mehr gegen Diabetes
(nös) In Deutschland leiden rund sieben Millionen Menschen an Diabetes mellitus, mit steigender Tendenz: So schätzt man, dass die Zahl der Erkrankten bis 2010 die Marke von zehn Millionen erreichen wird. Der überwiegende Teil der Betroffenen leidet an Typ-2-Diabetes, dem mit einer gesunden Ernährung und Bewegung vorgebeugt werden kann. Dass ein paar Schritte mehr nicht weh tun, sondern einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel haben, durften die Teilnehmer des Aktionstages „Trimm dich fit“ am Mittwoch in Frankfurt am eigenen Leib erfahren.
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Eingeladen zu dem Aktionstag hatten die Firma Roche, Hersteller der Blutzuckermessgeräte Accu-Chek®, und die Barmer Ersatzkasse. Prominenter Redner war unter anderem Professor Dr. Thomas Wessinghage, ärztlicher Direktor der Medical Park-Kliniken Bad Wiessee und ehemaliger Europameister über 5000 Meter Langlauf. Dass eine Diabetes-Erkrankung einem sportlichen Engagement nicht entgegensteht, zeigte der 22-jährige Typ-1-Diabetiker Daniel Schnelting, der als einer der schnellsten Sprinter Deutschlands gilt und Olympiaanwärter ist.
Für den passionierten Läufer und Mediziner Wessinghage ist vor allem die Bewegungsabstinenz in der Bevölkerung ein großes Problem. So habe eine Studie mit Mannheimer Einwohnern ergeben, dass sie vor rund 100 Jahren noch eine Durchschnittsstrecke von knapp 20 Kilometern pro Tag zurücklegten. Heute, Anfang des 21. Jahrhunderts, seien es gerade noch 400 bis 700 Meter.
Dabei können nach Aussagen Wessinghages bereits zwei Stunden Bewegung pro Woche helfen, den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen. Dass dies auch ohne ein Fitnessstudio oder größer angelegte Jogging- oder Nordic-Walking-Runden möglich ist, durften die rund 20 Teilnehmer des Aktionstages selbst erleben. Bewaffnet mit einem Blutzuckermessgerät und einem Schrittzähler hieß es, sich etwa eine halbe Stunde zu bewegen. Unter der Anleitung des Sportlers Schnelting führten die Teilnehmer Bewegungen durch, die sie an jedem Ort und zu beinahe jeder Gelegenheit im Alltag anwenden können, zum Beispiel Treppensteigen.
Der Aha-Effekt ließ nicht lange auf sich warten: Nach zehn Minuten Bewegung waren die Blutzuckerwerte fast aller Teilnehmer deutlich gesunken, verglichen mit denen vor der körperlichen Aktivität. Eine 50-jährige Teilnehmerin aus Frankfurt fand dieses Ergebnis so überraschend, dass sie noch vor Ort sagte, sie wolle sich nun täglich etwas mehr bewegen.
Wessinghages Botschaft an diesem Tag war vor allem eine emotionale: „Bewegung muss sich gut anfühlen.“ Für ihn muss es nicht der Leistungssport sein, genauso wenig das schweißtreibende Joggen. „Schon drei Minuten Bewegung sind besser als keine drei Minuten“, betonte er vor den Teilnehmern. Man solle so anfangen, dass man sich wohlfühlt und später gegebenenfalls die Leistung steigert.
17.07.08
Quelle: Aktionstag „Trimm dich fit“, Roche und Barmer Ersatzkasse, Juli 2008, Frankfurt