Prävention hilft gegen Übergewicht

(kig) Die URMEL-ICE-Studie will Kindern Freude an Bewegung, gesunder Ernährung und vernünftigem Medienkonsum vermitteln und so der Entstehung von Übergewicht vorbeugen. Den kürzlich vorgestellten Ergebnissen zufolge ist das Konzept erfolgreich: Kinder der Interventionsgruppe nahmen im Vergleich zur Kontrollgruppe im gleichen Zeitraum weniger zu.

Foto: Bilderbox

URMEL-ICE steht für Ulm Research on Metabolism, Excercise und Lifestyle Intervention in Children. Die kontrolliert randomisierte Studie hatte zum Ziel, ein wissenschaftlich begründetes, strukturiertes Präventionsprogramm aufzubauen. Dieses sollte frühzeitig ansetzen, über die Schule wirken, ohne zusätzlichen Expertenunterricht auskommen und das soziale Umfeld wie Schulklassen und Familien einbeziehen.

An der Studie haben sich 1037 Zweitklässler aus 34 Grundschulen in Ulm und Neu-Ulm, im Alb-Donau-Kreis und dem Kreis Neu-Ulm beteiligt. Die Eingangsuntersuchung vor Ende der 1. Klasse im Sommer 2006 zeigte, dass 16,8 Prozent aller Jungen und 17,4 Prozent aller Mädchen nach der Definition der International Obesity Task Force übergewichtig waren. Besonders häufig brachten Kinder mit Migrationshintergrund, deren Eltern einen niedrigen Bildungsabschluss aufwiesen, zu viel Gewicht auf die Wage. Ihr Anteil lag bei 27 Prozent.

Im Rahmen der Studie wurden die Klassen zufällig der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugewiesen, vor und nach der Intervention fanden umfassende körperliche Untersuchungen, psychologische und sportmotorische Tests statt. Die Schüler der Interventionsgruppen beschäftigten sich in verschiedenen Unterrichtseinheiten ein Jahr lang mit den Themen Ernährung, Medienkonsum und Bewegung und nahmen während des normalen Schulunterrichts an kleinen Bewegungseinheiten teil.

Zu Beginn der 3. Klasse konnten 964 der Kinder nochmals untersucht werden. Dabei zeigte sich, dass die Schüler der Interventionsgruppe bezogen auf das Hauptstudienziel "Übergewicht" im Vergleich zur Kontrollgruppe von der Intervention profitiert haben. So fand sich beispielsweise ein Unterschied in der Hautfaltendicke und im Bauchumfang. Das heißt, die Körperfettmasse der Kinder der Interventionsgruppe nahm im Vergleich zur Kontrollgruppe im gleichen Zeitraum weniger zu. Weitere Analysen sollen nun die Effekte auf die Gesundheit und das Verhalten der Kinder sowie ihre sportlichen und schulischen Leistungen beschreiben.

21.07.08

Quelle: Universitätsklinikum Ulm

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