Neuer Risikomarker für Diabetes entdeckt
(nös) Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) haben einen neuen unabhängigen Risikomarker für Diabetes mellitus Typ 2 identifiziert. Dieser könnte in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Prävention der Erkrankung spielen.
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Bei dem Marker handelt es sich um das Protein Fetuin-A, das von der Leber gebildet und ins Blut abgegeben wird. Wie die Autoren in einer Studie zeigen konnten, weisen hohe Fetuin-A-Werte auf ein erhöhtes Diabetesrisiko hin. Und dies, so die Forscher, sei unabhängig von Geschlecht, Alter, Taillenumfang, Body Mass Index (BMI) oder anderen bislang verwendeten Indikatoren. Die Ergebnisse der Studie wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Diabetes veröffentlicht.
Das Protein Fetuin-A steht schon seit längerer Zeit im Verdacht, eine Insulinresistenz auslösen zu können. So konnten Tübinger Forscher in einer kürzlich durchgeführten Untersuchung diese Annahme unterstützen. Sie zeigten, dass beim Menschen ein erhöhter Fetuin-A-Wert mit einer verminderten Insulinempfindlichkeit der Körperzellen einhergeht. Außerdem wiesen sie nach, dass eine erhöhte Plasmakonzentration auf eine verstärkte Fetteinlagerung in der Leber hinweist.
Die Wissenschaftler des DIfE untersuchten, ob das Protein auch als unabhängiger Diabetes-Risikomarker genutzt werden kann. Dazu werteten sie die im Rahmen der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) erhobenen Daten von mehr als 27000 weiblichen und männlichen Personen im Erwachsenenalter aus. Von den Teilnehmern erkrankten während des 7-jährigen Beobachtungszeitraumes 849 an einem Typ-2-Diabetes.
Das Ergebnis der Forscher: Unabhängig vom Alter hatten Personen mit einem sehr hohen Fetuin-A-Blutwert ein um 75 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko im Vergleich zu Personen mit einem niedrigen Wert (im Mittel 304 Mikrogramm/Milliliter zu im Mittel 158 Mikrogramm/Milliliter). Außerdem war der Zusammenhang zwischen einem hohen Fetuin-A-Wert und einem erhöhten Diabetesrisiko bei Personen mit erhöhten Blutglukosewerten besonders ausgeprägt. Daher könnte die Bestimmung des Fetuin-A nach Einschätzung der Wissenschaftler besonders für Hochrisiko-Personen relevant sein. Denn je früher das Risiko erkannt wird, desto eher kann man mit präventiven Maßnahmen beginnen.
Die Ergebnisse der Studie sprächen zudem für einen kausalen Zusammenhang zwischen der Fetuin-A-Konzentration im Blut und dem Diabetesrisiko. Damit käme Fetuin-A auch als Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente in Frage, so die Forscher.
21.07.08
Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke