Du bist, was deine Mutter gegessen hat?

(kig/nös) Britische Wissenschaftler haben Hinweise darauf gefunden, dass die Ernährung der Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit Einfluss auf die Gesundheit ihrer Nachkommen haben kann. Bei Untersuchungen an Ratten fanden Forscher des Royal Veterinary College, London, heraus: Isst die Mutter viel Junk-Food, erhöht sich das Risiko ihrer Nachkommen für KHK, Diabetes mellitus und Übergewicht.

Foto: iStockphoto

Demnach kann sich eine stark fett-, salz- oder zuckerhaltige Ernährungsweise der Mutter vor allem auf die Cholesterin- und Blutzuckerwerte des Sprösslings negativ auswirken. Aber auch das Risiko, fettleibig zu werden, sei erhöht, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die im Journal of Physiology veröffentlicht wurde (DOI: 10.1113/jphysiol.2008.153817).

Im Rahmen der Studie untersuchten die Wissenschaftler insgesamt 144 Tiere. Die Ratten bekamen verschieden zusammengesetzte Diäten während der Schwangerschaft und Stillzeit. Ihre Nachkommen wurden nach der Stillzeit ebenfalls mit diesen gefüttert. So erhielten die Muttertiere zweier Gruppen eine Kost, die den üblichen Empfehlungen einer bedarfsgerechten Ernährung entsprach. Den Tieren der anderen beiden Gruppen wurden zusätzlich Käse, Donuts, Muffins, Kekse, Kartoffelchips und Süßigkeiten (Junk-Food) angeboten. Von den Nachkommen erhielt ein Teil nach der Stillzeit weiterhin die Kontrolldiät, ein weiterer Teil die Junk-Food-Diät. Darüber hinaus fütterten die Wissenschaftler zuvor „normal“ ernährte Ratten mit Junk-Food und umgekehrt.

Bei den Untersuchungen der Neugeborenen stellten Stephanie Bayol und Neil Stickland unter anderem fest, dass die Nachkommen der „Junk-Food-Mütter“ höhere Cholesterin- und Triglyzeridwerte aufwiesen als die der Kontrollgruppen. Dies sei ein Zeichen für ein erhöhtes Risiko für die Koronare Herzkrankheit, so die Forscher. Ebenfalls stellten sie in der „Junk-Food-Gruppe“ höhere Insulin- und Glukosewerte fest. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Zudem konnten die Veterinäre auch äußerliche Unterschiede zwischen den Jungtiere der Kontrollgruppen und der Junk-Food-Gruppen beobachten. So waren die Nachkommen der Mütter mit einer Junk-Food-Ernährung dicker als diejenigen, deren Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit konventionell ernährt wurden. Die dickeren Ratten hatten außerdem mehr perirenale Fettmasse, deren Menge im Zusammenhang mit dem Körpergewicht steht.

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Zwar handelt es sich bei der Studie um ein Tierexperiment, dennoch sind die Wissenschaftler der Ansicht, dass die Ergebnisse auch auf Menschen übertragbar sind. Sie begründen dies unter anderem mit den Ergebnissen zweier US-amerikanischer Studien aus den Jahren 2005 und 2007. Hier konnte gezeigt werden, dass Übergewicht in der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Fettleibigkeit bei den Nachkommen verbunden ist.

Für Bayol ist daher auch klar, dass die mütterliche Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit sehr wichtig für eine gesunde Entwicklung ihrer Nachkommen ist. Deswegen könne man nicht sagen: „Du bist, was du isst“, vielmehr müsse es heißen: „Du bist, was deine Mutter gegessen hat.“ Sie forderte Frauen auf, sich während Schwangerschaft und Stillzeit verantwortungsvoll zu ernähren.

24.07.08

Quelle: Royal Veterinary College

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