Neues aus der Diabetesforschung

(kig) Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, steigt bereits bei Nüchternblutzucker-Werten an, die als normal bewertet werden. Zu dieser Erkenntnis kamen Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) nach Auswertung der Daten einer Teilgruppe der prospektiven Potsdamer EPIC-Studie.

Foto: Bilderbox

Bereits vor sechs Jahren hatte die Amerikanische Diabetes Gemeinschaft empfohlen, den Grenzwert für einen gestörten Nüchternblutzucker von 110 mg/dl auf den derzeit gültigen Wert von 100 mg/dl zu senken. Dabei orientiert sich der aktuelle Wert an bisherigen Forschungsergebnissen.

Seit der Neuregelung im Jahr 2003 ist jedoch ein Streit unter den Experten entbrannt. Einige Mediziner halten den neuen Wert für zu niedrig, um Diabetes-Risikopersonen gezielt zu identifizieren. Wiederum andere plädieren dafür, jeglichen Schwellenwert zu streichen.

Um zur Klärung dieser Streitfrage beizutragen, werteten die Wissenschaftler des DIfE einer 589 Personen umfassenden und nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Teilgruppe der prospektiven Potsdamer EPIC-Studie* aus. Alle Personen der Teilgruppe waren zum Zeitpunkt der Blutentnahme nüchtern. In einem Beobachtungszeitraum von sieben Jahren erkrankten 153 der Personen an einem Typ-2-Diabetes.

Die Forscher beobachteten eine nicht lineare Beziehung zwischen den Nüchternblutzucker-Werten und dem Diabetesrisiko, wobei der Anstieg des Diabetesrisikos bereits im Normalbereich begann - ab einem Nüchtern-Blutzucker-Wert von 84 mg/dl. Der statistisch optimale Cut-off liegt nach der vorliegenden Studie bei einem Wert von 102 mg/dl. Dieser Wert kommt dem derzeitigen Grenzwert von 100 mg/dl sehr nahe.

22.12.09

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung

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