Physiotherapie für arthritische Vierbeiner

(kig) Vierbeiner werden oft so behandelt wie Zweibeiner - das erstreckt sich auch auf ihre medizinische Betreuung. So werden Tieren mit Arthrose beispielsweise dieselben Formen von Physiotherapie wie Menschen angeboten, obwohl die meisten Methoden nicht an Tieren getestet wurden. Eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien behebt dieses Defizit.

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Basis der Untersuchung waren ein speziell gestaltetes Laufband und ein ausgeklügelter Algorithmus, analysiert wurden die Bewegungen der Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen von Hunden und während drei unterschiedlicher Übungen, die in der Physiotherapie angewandt werden: Bergaufgehen, Bergabgehen und Überschreiten von Hindernissen.

Die Wissenschaftler verglichen die Ergebnisse mit Bewegungen, wenn die Hunde eben und ohne Hindernisse gehen. Die Ergebnisse: Das Bergaufgehen verursachte stärkere Hüftbeugung, das Knie hingegen wird weniger bewegt. Es verursachte auch einen Rückgang der Beschleunigung im Karpalgelenk und im Ellbogen.

Bergabgehen bewirkte, dass die Hüfte weniger gebeugt wurde und das Sprunggelenk weniger gestreckt wurde, während es in Ellbogen und Hüften zu geringeren Beschleunigungen kam. Die deutlichste Wirkung zeigte sich, wenn die Hunde über niedrige Hindernisse stiegen: Alle Gelenke mit Ausnahme von Hüfte und Schulter wurden stärker gebeugt, Karpal- und Kniegelenk weiter geöffnet.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Experimente zeigen, dass die drei Methoden verschiedene und spezifische Effekte auf die Bewegung von Hundegelenken haben. Das Berabgehen scheint kaum therapeutischen Nutzen zu haben, aber das Bergaufgehen und das Verwenden von Hindernissen könnten eine wichtige Rolle in der Therapie arthritischer Vierbeiner spielen.

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Bergaufgehen ist eine einfache Übung, mit der die Flexibilität der betroffenen Gelenke, vor allem der Hüfte, verbessern werden kann; das Steigen über Hindernisse kann nützlich sein, um die Beugung der Gelenke in den vorderen und hinteren Gliedmaßen zu verbessern.

Bei Hunden, die kurz zuvor am Schienbein operiert wurden, ist das Gehen über Hindernisse nicht zu empfehlen, weil das verstärkte Beugen der Gelenke die Sehnen, die das Knie mit dem Schienbein verbinden, zu sehr beanspruchen könnte.

Weder das Bergaufgehen noch das Gehen über Hindernisse bedarf teuren Equipments. Darüber hinaus sind beide Programme einfach und können leicht von den Tierbesitzern überwacht werden, so die Wissenschaftler, die mit ihren Untersuchungen zeigen konnten, dass die Übungen den Tieren tatsächlich nutzen und das durch Arthrose verursachte Leiden der Tiere lindern können.

30.08.10

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft

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