Blut: Ein ganz besonderer Saft, Teil 1
Auch wenn es Mephisto war, der den Lebenssaft so beschrieben hatte, als er Faust seinen verhängnisvollen Pakt hatte unterzeichnen lassen – Blut ist tatsächlich ein besonderer Saft. Und er wird langsam knapp, denn immer mehr Menschen benötigen ihn nach einem Unfall, einer Operation oder bei einer schweren Krankheit.
Blut ist ein flüssiges Organsystem. Es bildet das größte und wohl auch das effektivste Transportsystem des Organismus. 100 000 Kilometer lang windet sich das Gefäßsystem durch den Körper. Blut ist flüssig, doch darin schwimmen als feste Bestandteile die Blutzellen: rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Ein Tropfen Blut enthält rund fünf Millionen Erythrozyten, 7000 Leukozyten, 300 000 Thrombozyten.
Blut erfüllt viele Aufgaben: Es bringt Nährstoffe und Sauerstoff in jeden Winkel des Körpers und transportiert flüssige Stoffwechselprodukte ab. Mit im Blutstrom schwimmen Botenstoffe und Akteure des Immunsystems ebenso wie Gerinnungsfaktoren. Rund acht Prozent des Körpergewichtes entfallen auf das flüssige Organ. Bei einem Erwachsenen sind das fünf bis sechs Liter. Bis zu 15 Prozent davon kann ein gesunder Mensch verlieren, ohne wirklich Schaden zu nehmen. Bei über 30 Prozent dagegen sind die Organe nicht mehr genügend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Übersteigt ein plötzlicher Verlust mehr als 50 Prozent des Blutvolumens, so versagt der Organismus.
Hannelore Gießen
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 11/2007 auf Seite 36 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
