Gicht: Stoffwechsel auf Kristallisationskurs
Das Zipperlein, wie die Gicht im Volksmund heißt, plagte lange nur die Begüterten dieser Welt. Seit nicht mehr nur bei „Königs“, sondern fast für die gesamte Bevölkerung der westlichen Industriestaaten die Speisezettel üppiger ausfallen und reichlich Fleisch auf die Teller kommt, hat sich das einstige Wohlstandsleiden zu einer Erkrankung der Allgemeinheit entwickelt.
Die Gicht galt früher nicht umsonst als Wohlstandserkrankung. Waren die Tafeln der Reichen und Privilegierten immer mit Fleisch, Fisch und Alkohol gedeckt, mussten ärmere Leute mit Gemüse, Getreide und Wasser über die Runden kommen. Dank der in den westlichen Industrienationen sehr fleischlastigen Ernährung nimmt die Zahl der Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut (Hyperurikämie) weltweit zu.
Männer erwischt es wesentlich häufiger als Frauen. In den westlichen Ländern sind rund 20 Prozent des starken Geschlechts betroffen. Frauen werden bis zu den Wechseljahren weitgehend durch die weiblichen Hormone geschützt. Danach können sie bei entsprechender Veranlagung und purinreichen Ernährungsgewohnheiten ebenfalls eine Hyperurikämie bzw. Gicht entwickeln.
Stefanie Fastnacht
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 12/2007 auf Seite 10 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
