Traditionelle Chinesische Medizin, Teil 1: Basiswissen
Ist es das Exotische einer fremden Welt und Denkweise, die Frustration über die technologisierte und entmenschte Schulmedizin oder einfach das Vertrauen auf Jahrtausende altes empirisches Wissen um Gesundheit und Krankheit, das der TCM hierzulande so regen Zulauf beschert? Vielleicht ist es von allem ein wenig. Grund genug, sich zumindest mit den Grundlagen auseinanderzusetzen.
Je mehr Quellen man zum Alter und dem Ursprung der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM, befragt, desto mehr Antworten erhält man. Die Zeitspanne reicht von mindestens 2500 bis über 10 000 Jahre. Auch das exakte Verbreitungsgebiet ist relativ unklar, da China nicht eben klein ist und sogar die in den Ötztaler Alpen gefundene Mumie „Ötzi“ Hinweise auf Akupunkturbehandlungen liefert.
Da sich die TCM im Laufe der Jahrhunderte Wandlungen unterzogen hat, ist auch die Frage erlaubt, ab wann man tatsächlich von einer Heilkunde sprechen kann. Schließlich stellen Empfehlungen zur Lebensweise und Ernährung wesentliche Aspekte dieser Medizin dar, die andernorts vielleicht nur als regionale Tradition gesehen werden. Wenn Sie an einem kalten Winterabend einen Becher heißen Glühwein genießen und dabei diese Frage erörtern, kommen Sie sicher schnell darauf, was ich meine, denn handelt es sich bei dem würzigen Glühwein nun um einen typisch deutschen, winterlichen Genuss oder um eine Therapie gegen Kältesymptome oder gar eine Erkältungsprophylaxe? Wie hätte ein europäischer Mönch vor 500 oder 1000 Jahren diese Frage beantwortet?
Petra Schicketanz
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 01-02/2007 auf Seite 10 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
