Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs
Noch Mitte des 20. Jahrhunderts waren Tumoren des Gebärmutterhalses die weitaus häufigste Krebsform bei Frauen. Dank regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen hat sich das inzwischen geändert, zumindest in der westlichen Welt. Jetzt hofft man, die Erkrankung durch eine Impfung ganz zurückzudrängen.
Wird ein Tumor am Gebärmutterhals rechtzeitig entdeckt, können die erkrankten Frauen zu 95 Prozent geheilt werden. Doch weltweit sterben noch immer mehr als 200 000 Frauen pro Jahr, vier Fünftel von ihnen in Entwicklungsländern. Sie haben keine Chance auf Vorsorgeuntersuchung oder Frühdiagnostik.
Eine frühzeitige Impfung könnte ihnen eventuell helfen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat erstmals einen Impfstoff gegen humane Papillomaviren (HPV) zugelassen, die nicht nur Genitalwarzen verursachen, sondern auch am Anfang eines jeden Zervixkarzinoms (Gebärmutterhalskrebs) stehen.
Humane Papillomaviren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Dabei bieten auch Kondome keinen ausreichenden Schutz. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sichdeshalb im Lauf ihres Lebens mit HPV. Meist ist das völlig harmlos. Nur selten führt eine HPV-Infektion tatsächlich zu Gebärmutterhalskrebs. Der Grund: Die Viren kommen in mindestens hundert Varianten vor – mit ganz unterschiedlichem pathogenem Potenzial. Als besonders aggressiv gelten die Typen HPV 16 und HPV 18, die an den weitaus meisten Zervixkarzinomen beteiligt sind.
Hannelore Gießen
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 01-02/2007 auf Seite 41 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
