Durchblutungsstörungen: Platznot im Gefäß
Durchblutungsstörungen äußern sich nicht nur als Herzinfarkt oder Schlaganfall. Infolge der höheren Lebenserwartung nimmt ihre Häufigkeit auch in der Peripherie zu. Bei allen Formen treten Beschwerden meist erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Zur Prävention und Linderung der Symptome werden auch rezeptfreie Präparate aus der Apotheke eingesetzt.
Das Risiko für Durchblutungsstörungen steigt mit dem Lebensalter. So gehen beispielsweise Schätzungen auf der Basis von epidemiologischen Studien bei Männern in Europa davon aus, dass jeder fünfte über 60-Jährige von einer Verschlusskrankheit der Becken- und Beinarterien betroffen ist, während die Häufigkeit bis zum 45. Lebensjahr in dieser Gruppe nur bei etwa zwei Prozent liegt.
Unter Durchblutungsstörungen versteht man eine reduzierte Versorgung von verschiedenen Organen und Körperteilen mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut infolge von Verengung oder Verstopfung in den dafür verantwortlichen Blutgefäßen (Arterien). Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein. Ablagerungen (Arteriosklerose) und Blutgerinnsel (Thromben) führen zu Verengung oder Verschluss von Arterien (Embolie). Weitere Faktoren sind zu niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie), Entzündungen in den Arterien, plötzlich auftretende Blutungen sowie Krämpfe in der Muskulatur der Blutgefäße (Gefäßspasmen).
Zahlreiche Risikofaktoren können das Auftreten von Arteriosklerose, Entzündungen und Gefäßspasmen begünstigen. Dazu zählen: Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Bewegungsmangel, hoher Blutdruck, Diabetes und Rauchen. Am häufigsten treten Durchblutungsstörungen am Herzen, im Gehirn und in den Extremitäten (vor allem den Beinen) auf.
Durchblutungsstörungen am Herzen machen sich durch Schmerzen und ein Engegefühl im Brustkorb (Angina pectoris) bemerkbar. Die Schmerzen können auch in Richtung Arme oder Magen ausstrahlen und mit dem Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können, einhergehen. Bei leichten Durchblutungsstörungen treten die Symptome nur bei körperlicher Anstrengung wie Laufen oder Treppensteigen auf und verschwinden im Sitzen oder Liegen. Bei stärker ausgeprägten Schäden führt bereits eine normale Belastung zu Beschwerden.
Durchblutungsstörungen im Gehirn können zu einem Schlaganfall führen. Folgende Symptome sind Vorboten dieser Erkrankung oder Hinweise darauf, dass Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden: vorübergehendes Taubheitsgefühl in einem Arm oder Bein, Schwierigkeiten beim Sprechen, plötzliches Herabhängen eines Mundwinkels, Sehstörungen (meist einseitig), Schwindel, Stimmungsschwankungen, Ohrgeräusche, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit.
Dr. Claudia Bruhn
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 03/2008 auf Seite 40 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
