TCM: Von Tuina bis Shiatsu

Nach Qi Gong, Akupunktur, Ernährung und chinesischen Arzneimitteln sind die manuellen Verfahren die letzte der fünf therapeutischen Säulen in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Streng genommen zählt hierzu nur die Tuina. Akupunktur und das japanische Shiatsu fußen jedoch auf derselben Basis und sind eng mit der chinesischen Technik verwandt.

Druck auf schmerzende Körperteile auszuüben ist wohl die intuitivste Form der Heilanwendung – sei es nun das Abpressen eines zuvor eingeklemmten Fingers oder die Massage der Schläfen bei Kopfschmerzen. Nicht zuletzt offenbart das Wort „Behandeln“ die Erwartung, dass der Therapeut buchstäblich Hand an den Patienten anlegt.

Tuina

Die manuellen Verfahren stellen neben der Akupunktur in der TCM die „äußere Therapie“ dar, die sich von der „inneren Therapie“ mittels Ernährungsumstellung und Arzneimitteleinsatz klar unterscheidet. Die Massagetechnik Tuina leitet sich von den chinesischen Wörtern „tui“ für Schieben und „na“ für Greifen ab und hat sich vor mehr als 2000 Jahren aus dem Anmo („an“ für Drücken und „mo“ für Streichen) entwickelt.

Für die Grundtechniken setzt der Therapeut Finger, ganze Hand oder den Ellenbogen ein. Damit übt er punktuell oder flächig einen gelegentlich auch vibrierenden Pressdruck aus, schiebt das Gewebe an Brust, Bauch und Rücken auseinander oder zusammen, greift und kneift in Hautwülste und Muskulatur. Weiterhin kann er mit der flachen Hand unter großer Wärmeerzeugung die Haut reiben oder Druck ausüben, indem er seine Hand über die Handkante und den Ballen des kleinen Fingers hinweg auf bestimmten Stellen abrollt. Verschiedene Schiebe- und Rotationstechniken erinnern auch an chiropraktische Tätigkeiten.

Anzeige

Die Vorgehensweise des Therapeuten orientiert sich nach den Befunden aus der TCM-Diagnostik.

Bei Mangelzuständen: Liegt beim Patienten ein Mangel von Qi (Lebensenergie), Xue (Blut), Yin oder Yang vor, dann werden stützende Techniken verwendet. Hierfür werden die einzelnen Handgriffe im Uhrzeigersinn, langsam und lange ausgeführt. Sie orientieren sich dabei am Verlauf der Meridiane (Energieleitbahnen) und folgen deren Flussrichtung. Am Rumpf wird in Richtung Körpermitte gearbeitet.

Petra Schicketanz

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2008 auf Seite 46 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

Inhalte durchsuchen

Titelseite

Mehr zum Thema

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2008 auf Seite 46 ff.

Blättern: Seite 44-45  –  Seite 50-51

Traditionelle Chinesische Medizin

Artikel-Downloads

Premium-Login

Im Premium-Bereich gelangen Sie zu den Fortbildungen und Ihren Zertifikaten.
Abonnenten haben zusätzlich Zugriff auf sämtliche Heftinhalte.

Newsletter

Mit unserem Newsletter erhalten Sie Fachinformationen künftig frei Haus – wöchentlich und kostenlos.

Jobs für PTA und Apotheker

Den Stellenmarkt für PTA und Apotheker gibt es ab sofort auf jobcenter-medizin.de.