Pilze: Köstlich oder giftig?
Vom Knollenblätterpilz hat jeder schon einmal gehört, und den Fliegenpilz kennt jedes Kind. Darüber hinaus gibt es in Mitteleuropa mindestens 130 weitere Giftpilze. Für rund 60 Arten ist bekannt, dass sie nur gut durchgegart genießbar sind. Wenn auch nicht jeder Genuss eines Giftpilzes tödlich endet, sterben etwa 40 bis 60 Menschen jährlich in Deutschland an einer Pilzvergiftung.
Jedes Jahr zur Pilzsaison weisen Gesundheitsämter, Förster, Verbraucherschutzorganisationen und zahlreiche andere Institutionen auf die Risiken des Pilzsammelns hin. Vielerorts werden Sammlertreffs mit Pilzexperten und -sachverständigen (PSV) angeboten. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V. (DGfM) bildet solche Sachverständigen aus, die sich mit dem PSV-Ausweis der DGfM legitimieren können. Nähere Informationen über diese Fachgesellschaft gibt es im Internet unter www.dgfm-ev.de.
Bestimmungsmerkmale
Ganz grob werden Lamellen- von Röhrenpilzen unterscheiden. Daneben existieren aber noch zahlreiche andere Formen. Die beliebtesten Speisepilze mit Lamellen sind Champignons und Pfifferlinge, mit Röhren Steinpilze und Maronen. Neben Lamellen und Röhren werden zur Bestimmung die Hutformen, Stielarten, Ringe, Fruchtkörpergröße, Leisten, Velum und Volva herangezogen. Das Velum ist die häutige Umhüllung junger Pilze (vor der Sporenreife) aus der Klasse der Basidiomyceten, deren Reste als Ring am Stiel oder als Schleier am Hutrand zurückbleiben. Eine Scheide aus solchen Velum-Resten am unteren Teil des Pilzstiels wird Volva genannt. Sie darf nicht mit der knollenartigen Verdickung am Stielende verwechselt werden.Für eine exakte Pilzbestimmung reichen diese Merkmale oftmals nicht aus. In vielen Fällen ist dies nur durch eine Untersuchung der Sporen unter dem Mikroskop möglich.
Dr. Constanze Schäfer
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 09/2008 auf Seite 38 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
