Durchfall: Rehydrieren erwünscht
Durchfallerkrankungen sind im Säuglings- und Kleinkindalter besonders ernst zunehmen. Durch den damit verbundenen, häufig sehr hohen Flüssigkeitsverlust kann es zu lebensgefährlichen Austrocknungssymptomen kommen. Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist daher der möglichst rasche Ersatz der verlorenen Flüssigkeit und Elektrolyte.
Kinder leiden häufig unter Durchfall (Diarrhö), da ihre Immunabwehr noch nicht vollständig funktioniert und ihr Magen-Darm-Trakt noch sehr empfindlich ist. Von einer Durchfallerkrankung spricht man bei einer akuten Vermehrung der Stuhlentleerung, verbunden mit einer Verminderung der Konsistenz (Stuhlverflüssigung). Dabei steigt der Wassergehalt des Stuhles über den Normalwert von 80 Prozent an. Oft bestehen die Fäzes fast nur noch aus Wasser. Sie können auch grünlich verfärbt sein, unverdaute Nahrungsreste aufweisen und übel riechen. Erste Anzeichen für eine Diarrhö ist der Appetitverlust der Kleinen. Säuglinge werden trinkfaul, schreien viel und haben wenig Interesse an ihrer Umwelt. Auch größere Kinder sind unruhig, auffallend weinerlich und schlafen schlecht. Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen können hinzukommen.
Viele Ursachen möglich
Durchfälle werden durch verschiedene Ursachen ausgelöst. Sie können auftreten, wenn Kinder zu viel oder unreifes Obst, verdorbene Lebensmittel sowie unverträgliche Nahrungsmittel verzehrt haben. Beim Säugling kann es bei der Ernährungsumstellung, also beim Übergang von der Muttermilch zur festen Nahrung (Abstillen), zu dünnflüssigen Stühlen kommen.
Eine Diarrhö kann aber auch ein Begleitsymptom akuter Krankheiten sein. Mittelohrentzündungen oder andere Infekte der oberen Luftwege gehen oft damit einher. Manchmal führt auch die Einnahme von Antibiotika zur Stuhlverflüssigung. Oder angeborene Stoffwechselstörungen wie die Glutenunverträglichkeit Zöliakie oder Enzymdefekte wie ein Laktasemangel bewirken immer wieder auftretende ungeformte Stühle. Bei Durchfällen, Erbrechen und Übelkeit sollte bei Kleinkindern aber auch immer an eine Vergiftung gedacht werden. Am häufigsten sind Vergiftungsunfälle mit Haushaltschemikalien, Medikamenten, Kosmetika und Pflanzen.
Gode Meyer-Chlond
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 09/2008 auf Seite 47 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
