EARNEST: Langfristige Auswirkungen der frühen Ernährung

Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und des Neugeborenen nach der Geburt langfristige Auswirkungen auf dessen Wachstum und Gesundheit haben. Allerdings sind die genauen Wirkmechanismen der sog. Metabolischen Prägung („metabolic programming“) bisher nicht eindeutig bekannt.

EARNEST

Diese sollen im Rahmen des Projekts EARNEST (“EARly Nutrition programming – long-term follow-up of Efficacy and Safety Trials and integrated epidemiological, genetic, animal, consumer and economic research”) aufgeklärt werden. Ziel ist es, mit Hilfe der neuen Erkenntnisse die Ernährung von Fetus und Kleinkind zu verbessern und damit das Auftreten häufiger Krankheiten wie Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten im Erwachsenenalter wirksam zu reduzieren.

Hintergrund

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Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Europa zählen Übergewicht, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre Ursachen, mögliche Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen sind schon lange Gegenstand der Forschung. Immer deutlicher wird, dass die Disposition dafür nicht ausschließlich von den Genen und Lebensbedingungen bestimmt wird. Vielmehr hat auch die Prägung des Menschen während der Schwangerschaft und der Säuglingszeit Einfluss auf das Erkrankungsrisiko im späteren Leben.

Bereits in den 60er-Jahren zeigten Widdowson u. McCane, dass ausgewachsene Ratten ein verringertes Körpergewicht aufweisen, wenn sie während der 3. bis 6. Lebenswoche mangelernährt wurden. Dagegen entwickelte sich das Körpergewicht der Tiere normal, wenn die Mangelernährung zwischen der 9. und 12. Lebenswoche erfolgte. In den 70er-Jahren wurde schon vermutet, dass das Erkrankungsrisiko im Erwachsenenalter während früher kritischer Perioden der Entwicklung über Hormone und Stoffwechselabläufe geprägt wird. Für diese Phänomene verwendete Lucas Anfang der 90er-Jahre erstmals den Begriff „metabolic programming“. Er definierte es als „either the induction, deletion, or impaired development of a permanent somatic structure or the ‚setting‘ of a physiological system by an early stimulus or insult operating at a ‚sensitive‘ period, resulting in long-term consequences for function“.
Korrenspondierende Autorin: Sabine Fankhänel


Diesen Artikel finden Sie in Ernährung – Wissenschaft und Praxis 03/2007 auf Seite 132 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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