Fremdes Leben auf der Haut
Pilzerkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten. Dermatomykosen betreffen Haut, Schleimhäute oder Nägel. Davon abzugrenzen sind die Systemmykosen, bei denen die Mikroorganismen innere Organe befallen. Im Folgenden werden die Hautmykosen und ihre Therapiemöglichkeiten in der Selbstmedikation vorgestellt.
Bei jedem Menschen finden sich auf Haut und Schleimhäuten in geringer Anzahl Pilze. Doch eine gesunde Haut und ein intaktes Immunsystem sorgen dafür, dass sich diese nicht ungehindert ausbreiten können. Sie führen daher nicht zwangsläufig zur Infektion. Erst das Eintreffen verschiedener Faktoren kann dazu führen, dass das physiologische Gleichgewicht zwischen den Mikroorganismen auf der Haut gestört ist und es zu einer Dermatomykose kommt.
Eine Übersicht
Hautmykosen werden von verschiedenen Pilzarten verursacht. Meist gehören sie zu den Fadenpilzen (Dermatophyten), Hefepilzen (Candida-Arten) und Schimmelpilzen.
Infektionen von Haut, Nägel und Haaren, die durch Dermatophyten ausgelöst werden, fasst man unter dem Begriff Tinea zusammen. Am bekanntesten ist die Tinea pedis, der Fußpilz, der meist zwischen den Zehen lokalisiert ist. Greift er auf die Nägel über, spricht man von einer Onychomykose, einer Nagelpilzinfektion. Erkrankungen mit Candida-Arten treten besonders auf Schleimhäuten auf, wie denen der Scheide (Vaginalmykose), des Darmausganges (Windeldermatose) und der Mundschleimhaut (Mundsoor).
Meist trifft es die Füße
Jeder dritte Bundesbürger ist vom Fußpilz betroffen. Eintrittspforte sind die Zehenzwischenräume, da sich dort leicht kleine feuchte Kammern bilden, die dem Pilz optimale Lebensbedingungen bieten. Abgesehen vom Juckreiz, der bei allen Formen auftritt, können sich bei den verschiedenen Infektionstypen ganz unterschiedliche Symptome ausprägen. So ist eine weißlich-aufgequollene Haut mit Einrissen aber auch eine rote, schuppende Haut möglich.
Da die Infektion nicht zwingend mit starken Entzündungszeichen einhergehen muss, wird der Fußpilz nicht von allen Betroffenen erkannt und folglich oft auch nicht richtig therapiert. Die Pilze können sich unbehandelt auf Fußsohlen und Fußnägel ausbreiten. Auch ein Befall der Hände und Fingernägel oder der Haare ist möglich.
Gode Meyer-Chlond
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2007 auf Seite 38 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
