Traditionelle Chinesische Medizin, Teil 3: Diagnostik
Nach einem ausführlichen Gespräch stehen beim TCM-Therapeuten körperliche Untersuchungen an. Typischerweise betrachtet er sich Gesicht, Körperhaltung und Zunge des Patienten und tastet seinen Puls. Darüber hinaus gibt es noch weitere Anhaltspunkte, die erfasst und einer Beurteilung anhand von acht Leitkriterien unterzogen werden.
Die TCM-Anamnese wurde im Teil 2 dieser Serie in DAS PTA MAGAZIN Heft 4 ausgiebig beleuchtet. Für die vollständige Diagnostik fehlen nun noch die Untersuchungsfelder Inspektion, Palpation, Auskultation und Olfaktion. Alle Ergebnisse liefern Hinweise auf die von der Symptomatik betroffenen Wandlungsphasen. Darüber hinaus erfolgt eine Bewertung nach den acht Leitkriterien, die am Ende dieses Beitrages erläutert werden.
Inspektion
Bei der äußerlichen Untersuchung werden neben dem gesamten Erscheinungsbild vor allem Gesicht und Zunge inspiziert. Oft kann man schon anhand der Bewegungen und Körperhaltung eine Tendenz zu einer bestimmten Wandlungsphase ausmachen. So steht der selbstbewusste Holz-Typ etwas breitbeinig. Der Feuer-Typ geht mit leichten, tänzelnden Schritten. Die Erde-Persönlichkeit hat einen festen Bodenkontakt und gibt sich eher gemütlich. Metall-Menschen haben eine korrekte, aufrechte, tendenziell steife Haltung. Und Menschen vom Wasser-Typus zeichnen sich durch einen kräftigen Knochenbau aus, bei dem Kopf, Hüfte und Beine stark entwickelt sind und der Oberkörper und die Arme eher schmächtig erscheinen.
Die Körperfülle gibt weitere Hinweise. So zeigt Abmagerung einen Yin-Mangel an. Meist frösteln die Menschen leicht, was als Hitze-Mangel interpretiert wird. Bei Fettleibigkeit und Ödemen liegt stattdessen ein Qi- und Yang-Mangel vor. Zusätzlich werden bei Adipösen Feuchtigkeit und Schleim im Körper zurück gehalten.
Petra Schicketanz
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2007 auf Seite 46 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
