Wenn der Pilz Probleme macht
Drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden nach Schätzungen mindestens einmal im Leben unter einer Vaginalmykose. Sie kennen daher die mit der Infektion einhergehenden Beschwerden ganz genau. Rezeptfreie, lokal anzuwendende Cremes oder Vaginaltabletten aus der Apotheke bekämpfen den Pilz gezielt und beseitigen seine unangenehmen Begleiterscheinungen.
Wer schon eine vaginale Pilzinfektion durchgemacht hat, weiß, wie sich das anfühlt. Befragt man betroffene Frauen, beschreiben sie unerträglichen Juckreiz und starkes Brennen als besonders lästige Folgen. Viele klagen zudem über Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Geschlechtsverkehr. Hefepilze der Gattung Candida albicans zählen zu den häufigsten Erregern von Pilzinfekten im Genitalbereich. Jeder zweite Erwachsene trägt sie im Verdauungstrakt mit sich herum. Von dort beginnt meistens auch die Besiedelung der Scheide und der äußeren Genitalien. Hält das Immunsystem die Untermieter in Schach, fühlt Frau sich trotzdem gesund und hat meistens keine Beschwerden.
Natürliches Bollwerk – die Vaginalflora
Bei gesunden, geschlechtsreifen Frauen sorgen verschiedene Arten von Milchsäurebakterien, die Döderleinschen Stäbchen, in der Scheide für ein saures Milieu (pH 3,8 bis 4,5), so dass Pilze und Mikroorganismen sich nicht vermehren können. Unter dem Einfluss von Estrogen und Gestagen vergärt die von den Epithelzellen bereitgestellte Glukose zu Milchsäure. Dieser natürliche Abwehrmechanismus versagt, wenn die Scheidenflora durch Hormonschwankungen aus dem Gleichgewicht gerät. Auch Antibiotika und Chemotherapeutika, Stress, Grunderkrankungen wie zum Beispiel ein Diabetes mellitus oder übertriebene Intimhygiene stören die Balance. Pilze und andere ungebetene Siedler nutzen dann die Gelegenheit und breiten sich aus.
Stefanie Fastnacht
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 06/2007 auf Seite 62 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
