Unliebsame Reisemitbringsel
Fernreisen und Aktivurlaube gehören zum festen Repertoire der deutschen Reiseveranstalter. Dabei werden in zunehmendem Maße auch entlegene und medizinisch unterversorgte Gebiete bereist. Wichtiger Bestandteil jeder Vorbereitung ist deshalb eine reisemedizinische Beratung zu Impfungen, Malariaprophylaxe und zur allgemeinen Krankheitsprävention.
Viele Menschen nutzen heutzutage die reisemedizinische Beratung vor dem Urlaubsantritt. Die Apotheken haben mit ihren flächendeckenden und wohnortnahen Angeboten einen bedeutenden Teil dieser Beratungsleistungen übernommen. Aber auch mit entsprechender Information erkrankt über die Hälfte der Reiserückkehrer, zum Teil schwer.
Die Analyse dieser Erkrankungsfälle lässt vor allem folgende Ursachen erkennen: Die Reisenden halten prophylaktische Maßnahmen – teilweise trotz entsprechender Empfehlungen – nicht ein. So wird beispielsweise die Chemoprophylaxe der Malaria nicht regelgerecht durchgeführt oder nach der Rückkehr zu früh abgebrochen. Darüber hinaus fehlt den Patienten das Wissen über die teilweise langen Inkubationszeiten und die unklaren Symptome von fremden (tropischen) Erkrankungen.
Gleichzeitig werden die möglichen fulminanten Krankheitsverläufe von Patienten und Ärzten unterschätzt. Aus diesem Grund nehmen sowohl Patienten als auch der behandelnde Arzt häufig zu spät die Hilfe von Fachambulanzen bzw. spezialisierten Krankenhäusern in Anspruch.
Im Sinne einer umfassenden Patientenbetreuung sollten deshalb Reisende auch nach ihrer Rückkehr für reisemedizinische Themen sensibilisiert werden. Das ist eine Gratwanderung.
Mathias Arnold
Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 10 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.
