Moxibustion: der heiße Partner der Akupunktur

Die Akupunktur besteht nicht nur aus dem Einstechen von Nadeln. Mittels Moxibustion können die Punkte bei bestimmten Indikationen zusätzlich mit oder ohne Nadeln thermisch gereizt werden. Besonders bei Kältesymptomen und Yang-Mangel hat sich das Verfahren bewährt.

Das Wort Moxibustion stammt vom japanischen „Mogusa“ ab, von „mo“ für brennen und „kusa“ für Kraut. Eingesetzt wird getrocknetes Beifußkraut (Artemisia vulgaris), das über bestimmten Akupunkturpunkten abgebrannt wird. Bei sorgfältiger Anwendung treten keine Verbrennungen auf. Die Behandlung ist schmerzfrei und wird meist als angenehm empfunden.

Nicht jeder Akupunkturpunkt sollte gemoxt werden. Üblicherweise findet man in den Akupunkturbüchern bei den geeigneten Punkten Hinweise auf diese Technik.

Indikationen und Gegenanzeigen

Eine Moxibustion wird üblicherweise zur Tonisierung (Stärkung) eingesetzt, vor allem wenn Kälte die Ursache ist und die Erkrankung einen typischen Yin-Charakter aufweist (siehe DAS PTA MAGAZIN 01-02/07, Seite 17). Typische Kältesymptome sind Durchblutungsstörungen, Schmerzen im Bewegungsapparat nach Kälteeinwirkung, Rückenschmerzen und Verspannung. Weitere Indikationen sind Erschöpfungszustände, allgemeine Abwehrschwäche und degenerative, chronische Erkrankungen, besonders die der Atemwege.

Umgekehrt sollte der thermische Reiz nicht bei Erkrankungen mit Yang- bzw. Hitzesymptomatik gesetzt werden: Also nicht moxen bei Fieber, Entzündungen, geröteter Haut, akuten Infektionen, Bluthochdruck. Weitere Yang-Zeichen sind schneller Puls, roter Zungenkörper und Unruhe. Eine weitere Kontraindikation stellt die Menstruation dar. Für Kinder ist die Moxibustion in der Regel nicht geeignet.

Petra Schicketanz

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 44 f. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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