Traditionelle Chinesische Medizin, Teil 4: Akupunktur

Viele Menschen setzen Traditionelle Chinesische Medizin mit Akupunktur gleich, dabei macht die Nadelbehandlung in China lediglich etwa ein Fünftel der therapeutischen Maßnahmen aus. Weltweit findet die Therapie große Anerkennung. Doch trotz aufwändiger Forschung konnte ihre Wirkweise bislang noch nicht geklärt werden.

Akupunktur

Falls Sie sich gefragt haben, warum „Akupunktur“ so gar nicht chinesisch klingt, so ist die Antwort darauf ganz einfach: Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen „acus“ für Nadel und „pungere“ für stechen zusammen. Im Chinesischen heißt die Technik Zhen-Jiu und bedeutet soviel wie Nadelstechen und Räuchern. Zhen-Jiu macht bewusst, dass die Nadelung zusätzlich durch eine bestimmte Räuchertechnik unterstützt wird, die Moxibustion (siehe Beitrag auf Seite 44 ). Diese mechanische und thermische Reizung der Körperoberfläche wird, im Gegensatz zur „inneren Therapie“ mit Arzneimitteln, als „äußere Therapie“ bezeichnet.

Grüße aus der Steinzeit

Den Ursprung der Akupunktur nachzuweisen, ist bis heute nicht sicher möglich. Quellen aus den zwei Jahrhunderten vor und nach dem Beginn unserer Zeitrechnung erwähnen sie zumindest schriftlich. Doch bereits in urzeitlichen Grabfunden geben Horn-, Stein-, Knochennadeln und Bambussplitter Hinweise darauf, dass Vorläufer dieser Therapie womöglich schon vor 4000 bis 6000 Jahren – das heißt in der Mittel- bis Jungsteinzeit – zum Einsatz kamen.

Auch ihr Verwendungsgebiet wird mit zunehmender Forschung immer weiter gefasst und erstreckt sich längst nicht mehr nur auf China. So berichtete L. Dorfer et al. in einem Lancet-Beitrag im September 1999 über Untersuchungen an prähistorischen Mumienfunden. In einem südperuanischen Gräberfeld bei Chiribaya Alta wurde eine Mumie entdeckt, die neben rein ornamentalen auch kreisförmige Tätowierungen in Hautbereichen aufwies, die in der Regel von Haaren oder Kleidung verdeckt sind und daher vermutlich eher einen therapeutischen als einen dekorativen Hintergrund besitzen.

Petra Schicketanz

Diesen Artikel finden Sie in DAS PTA MAGAZIN 08/2007 auf Seite 48 ff. oder als PDF-Download im Kasten oben rechts.

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